Mediationsprozess: Vorteile... / 4.1 Fünf Schritte zur Lösung

Der Mediationsprozess gliedert sich in fünf Schritte, die jeder für sich unverzichtbar für den Erfolg der Methode sind. Dabei ist ein fließender Übergang zwischen den einzelnen Schritten durchaus üblich.

1. Einleitung

In der Einleitung wird, falls erforderlich, noch einmal der Ablauf und die Rolle des Mediators erläutert und auf Fragen der Mandanten eingegangen. Hier ist auch der geeignete Zeitpunkt, grundlegende Regeln zu vereinbaren. Der Mediator muss gerade am Beginn einer Sitzung für eine angenehme, offene und vertrauensfördernde Atmosphäre sorgen. Er sollte den Ankommenden ein Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens vermitteln.

 
Praxis-Tipp

Sprechen Sie den Beteiligten Ihre Anerkennung für ihre Gesprächsbereitschaft aus.

Der Mediator versichert den Teilnehmern noch einmal die Vertraulichkeit und holt sich das Einverständnis aller Beteiligten zum Verfahren und den vereinbarten Regeln ein.

 

Beispielregeln:

  • Wir gehen fair miteinander um
  • Wir lassen den Anderen ausreden
  • Wir nehmen den Standpunkt des Anderen zur Kenntnis
  • Wir bleiben konzentriert beim Thema
  • Jeder hat das Recht auf eine Pause
  • ...

2. Sichtweise der Konfliktparteien

Diese Phase dient dazu, jeder Partei die Möglichkeit zu geben, den Konflikt aus ihrer Sicht darzustellen. Dabei geht es nicht allein um den Sachverhalt. Da Konflikte immer auch emotional aufgeladen sind, soll hier auch der emotionale Druck ein Ventil bekommen. Die Mandanten können "Dampf ablassen". Der Mediator beschäftigt sich ausschließlich mit einer Partei, indem er ihr aktiv zuhört, weiterführende Fragen stellt und spiegelt.

 
Praxis-Tipp

Behalten Sie die andere Partei im Blick, die die Aufgabe hat, den Ausführungen zuzuhören, um gegebenenfalls einen Rollenwechsel durchzuführen.

Dieser Rollenwechsel kann mehrfach erfolgen, um die Sichtweisen ausreichend darzustellen.

 
Praxis-Tipp

Da häufig auch Vorwürfe geäußert werden und die Sichtweisen massiv differieren können, fällt das passive Zuhören schwer und das Bedürfnis zur sofortigen Gegenrede und Klarstellung ist groß. Geben Sie die Kontrolle über das Gespräch auf keinen Fall aus der Hand.

3. Konflikterhellung

Wenn nicht bereits in der vorherigen Phase geschehen, sollte der Mediator die Aufmerksamkeit der Parteien auf die mit dem Konflikt verbundenen Gefühle, Interessen und Bedürfnisse lenken. Durch Fragen, die den Parteien helfen neues Wissen über den Konflikt zu gewinnen und andere Perspektiven einzunehmen, unterstützt er den Klärungsprozess.

 
Praxis-Tipp

Arbeiten Sie auch Gemeinsamkeiten heraus.

In dieser Phase kann der Mediator auch schrittweise eine direkte Kommunikation der Konfliktparteien herstellen. 

4. Problemlösung

Hat die Aufarbeitung des Konflikts zu einem gegenseitigen Verständnis geführt, ist es nun an der Zeit, gemeinschaftlich an einer Problemlösung zu arbeiten. Der Mediator lässt die Parteien in der Verantwortung für die Lösungsfindung. Er unterstützt in dieser Phase den Prozess der Ideenfindung durch Kreativitätstechniken (z. B. Brainstorming) und dem Herausarbeiten der interessantesten Lösungsideen.

5. Übereinkunft

Die Parteien einigen sich auf die Lösung, die die Interessen aller am besten berücksichtigt. Die Vereinbarung sollte schriftlich festgehalten und von allen unterzeichnet werden. Der Mediator achtet auf eine konkrete Ausarbeitung der Lösung und sensibilisiert die Parteien für die Umsetzbarkeit der Vereinbarung.

 
Praxis-Tipp

Holen Sie Feedback über die Zufriedenheit der Vereinbarung ein.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge