Mediationsprozess: Vorteile... / 1.3 Der Mediator und seine Rolle

Um als Mediator tätig zu werden, sind ein klares Rollenverständnis, spezielle Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit, bestimmte Methoden der Visualisierung und der Moderation notwendig.

1.3.1 Rollenverständnis

Der Mediator muss während des ganzen Prozess seine Allparteilichkeit wahren. Dabei verdeutlicht der Begriff "Allparteilichkeit", dass es hierbei um mehr als nur Objektivität und Neutralität geht. Er soll jeder Partei Wertschätzung entgegen bringen und ihre Motive und Bedürfnisse verständnisvoll herausarbeiten. Allparteilichkeit ist die Basis für das Vertrauen in den Mediator, ohne den die Konfliktparteien nicht mit der notwendigen Offenheit agieren können. Sollte die Allparteilichkeit des Mediators nicht mehr gewährleistet sein, so muss er die Mediation abbrechen. Neben der Allparteilichkeit ist die Vertraulichkeit ein unverzichtbarer Faktor im Mediationsprozess. Die Konfliktparteien brauchen die Zusicherung des Mediators, dass alle Informationen, die im Rahmen der Mediation zur Sprache kommen, von ihm vertraulich behandelt werden und nur mit ihrer Zustimmung weitergegeben werden. Im betrieblichen Kontext sind dies üblicherweise die Vereinbarungen, auf die sich die Parteien geeinigt haben, und die durch die Vorgesetzten oder andere Organisationseinheiten des Unternehmens getragen werden müssen. Diese Vertraulichkeit muss für den Mediator selbstverständlich sein und er muss sie von den Konfliktparteien einfordern.

 
Wichtig

Der Mediator ist für den Prozess der Konfliktlösung verantwortlich – nicht für die Lösung. Er weiß, wie er den Lösungsprozess zwischen den Konfliktparteien unterstützen kann. Die Lösungen und damit auch die Verantwortung für eine tragfähige Vereinbarung liegen bei den Konfliktparteien.

Trotz der Emphatie, die der Mediator den Streitenden entgegenbringen soll, muss er genügend Distanz wahren. Er darf sich von den Konfliktparteien nicht auf eine Seite ziehen lassen.

1.3.2 Anforderungen

Kommunikation ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Mediation. Da die Kommunikation der Konfliktparteien zu Beginn des Prozesses in der Regel stark gestört ist oder überhaupt nicht mehr stattfindet, sind die kommunikativen Fähigkeiten des Mediators essenziell. Er muss in der Lage sein, die Aussagen jeder Konfliktpartei zu spiegeln, ein Reframing vorzunehmen und mit Fragetechniken die zugrunde liegenden Bedürfnisse und Interessen aller Konfliktparteien herauszuarbeiten. Darüber hinaus sollte er mit Emphatie auf die Gefühle eingehen.  Gerade bei größeren Gruppen gewinnen Moderationsmethoden und Visualisierungstechniken an Bedeutung. Der Mediator sollte die verschiedenen Kreativitäts-, Entscheidungs- und Arbeitstechniken situationsgerecht einsetzen können. Damit alle Beteiligten den Fortgang des Verfahrens und die erarbeiteten Ergebnisse vor Augen haben, müssen sie vom Mediator entsprechend visualisiert werden.

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