Lohnsteuerrechtliche Bewert... / 10 Kosten der Zweitwohnung

10.1 Erstattung der nachgewiesenen notwendigen Aufwendungen

Unterkunftskosten am Beschäftigungsort können vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt oder vom Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend gemacht werden, solange die beruflich veranlasste doppelte Haushaltsführung besteht.

Eigenes Wohneigentum

Die nachgewiesenen Unterkunftskosten werden nur anerkannt, soweit sie nach den Umständen des Einzelfalls nicht als überhöht anzusehen sind. Überhöht wären z. B. die Kosten einer lediglich zur Repräsentation gemieteten besonders großen und teuren Wohnung.

Besitzt der Arbeitnehmer am Beschäftigungsort ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung und nutzt er diese als Zweitwohnung, sind als "Mietkosten" die tatsächlichen Aufwendungen zu berücksichtigen (z. B. Gebäudeabschreibung, Schuldzinsen, Reparaturen oder Nebenkosten).

Notwendige Unterkunftskosten

Zu den notwendigen Unterkunftskosten (Miete, Heizung, Licht, Wohnungsreinigung) gehören auch Aufwendungen für die notwendigen Einrichtungsgegenstände der Zweitwohnung, z. B. für

  • Hausrat (Geschirr, Töpfe, Pfannen, Kaffeemaschine, Staubsauger),
  • Lampen, Vorhänge,
  • Tisch, Stühle,
  • Herd, Spüle, Kühlschrank, Spülmaschine,
  • Badezimmerreinrichtung,
  • Kleider- und Küchenschrank,
  • Radio,
  • Bett, Bett- und Haushaltswäsche.

Nicht notwendig ist die Anschaffung eines Fernsehers und die Gebühren dafür.

 

Hinweis

Beim Fernseher scheiden sich die Geister

Unseres Erachtens dürften zwischenzeitlich auch die Kosten für ein normales Fernsehgerät zu den notwendigen Einrichtungsgegenständen gehören, die über die Abschreibung zu den berücksichtigungsfähigen Unterkunftskosten zählen.

10.2 Höchstgrenze von 1.000 EUR pro Monat

Um die aufwendige Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete zu vermeiden, wurde eine feste Obergrenze von 1.000 EUR monatlich eingeführt bis zu der die tatsächlichen Aufwendungen für die auswärtige Zweitwohnung im Rahmen der doppelten Haushaltsführung im Inland als Werbungskosten abgezogen werden können. Eine weitergehende Prüfung der Notwendigkeit und Angemessenheit ist bei der inländischen doppelten Haushaltsführung nicht erforderlich.

1.000-EUR-Höchstgrenze auf andere Monate übertragbar

Es ist möglich, das in einzelnen Monaten nicht ausgeschöpfte Abzugsvolumen auf andere Monate der doppelten Haushaltsführung innerhalb desselben Kalenderjahres zu übertragen. Im Ergebnis wird die Monatsgrenze damit zu einer 12.000-EUR-Jahresgrenze.

Der Kappungsgrenze unterliegende (selbstgetragene) Kosten

Wird die Zweitwohnung möbliert angemietet, sind die Aufwendungen bis zur Höchstgrenze von 1.000 EUR berücksichtigungsfähig. Der Höchstbetrag umfasst sämtliche entstehenden Aufwendungen, wie

  • Miete,
  • Betriebskosten,
  • Kosten der laufenden Reinigung und Pflege der Wohnung/Unterkunft,
  • AfA für notwendige Einrichtungsgegenstände,
  • Zweitwohnungssteuer,
  • Rundfunkbeitrag,
  • Miet- oder Pachtgebühren für Kfz-Stellplätze,
  • Aufwendungen für Sondernutzung (wie z. B. Garten).
 

Wichtig

Aufwendungen für Einrichtungsgegenstände und Hausrat nicht anzurechnen

Aufwendungen für die Wohnungseinrichtung und den Hausrat zählen nicht zu den Unterkunftskosten der Zweitwohnung, sondern zu den sonstigen notwendigen Mehraufwendungen der doppelten Haushaltsführung. Eine Einbeziehung in die für Unterkunftskosten geltende Monatsgrenze von 1.000 EUR ist danach entgegen der bisherigen Verwaltungsauffassung nicht vorzunehmen. Das BMF-Schreiben ist insoweit überholt und muss noch an die geänderte Rechtsprechung angepasst werden. Nach den Entscheidungsgründen sind auf die 1.000-EUR-Monatsgrenze alle Aufwendungen anzurechnen, die der Nutzung der Zweitwohnung unmittelbar zugerechnet werden können. Hierzu gehören neben der Bruttokaltmiete, an deren Stelle beim Wohneigentum die Abschreibungsbeträge und die Finanzierungskosten treten, sämtliche (warmen und kalten) Betriebskosten, da sie durch den Gebrauch der Zweitwohnung entstehen. Aufwendungen für die Einrichtung und den Hausrat der auswärtigen Zweitwohnung sind dagegen einer eigenständigen Nutzung zugänglich. Diese Rechtsauslegung entspricht auch der Gesetzesbegründung, nach der typischerweise die in Raten anfallenden Ausgaben von dem Höchstbetrag von 1.000 EUR erfasst werden sollen. Bei Einrichtungs- und Haushaltsgegenständen liegt dagegen eine einmalige Anschaffung zugrunde, auch wenn sie über die AfA auf die Nutzungsdauer verteilt steuerlich abgesetzt werden müssen.

Für die Anmietung einer möblierten Zweitwohnung bedeutet die Rechtsauffassung, dass für die Anwendung der Monatsgrenze von 1.000 EUR die Gesamtmiete zum Vorteil des Arbeitnehmers aufzuteilen ist. Ggf. ist der auf die Möblierung entfallende Mietanteil zunächst im Wege der Schätzung herauszurechnen, da er keiner betragsmäßigen Begrenzung unterliegt. Anschließend ist der verbleibende, die reine Wohnungsüberlassung umfassende Mietanteil auf die Monatsobergrenze anzurechnen. M. E. gilt die 1.000-EUR-Obergrenze auch für den Mietanteil einer Einbauküche. Durch die feste Verbindung mit dem Gebäude ist die eingebaute Kücheneinrichtung unmittelbar der Zweitwohnung zuzurechnen und damit der vom BFH verlangten Nutzung der Unterkunft als solche gleichzusetze...

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