Lohnsteuer und Beiträge von... / 9.2 Vereinfachung im Lohnsteuerverfahren

Eine exakte Vergleichsberechnung kann erst im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers erfolgen. Für das Lohnsteuerverfahren gilt deshalb eine Vereinfachungsregelung.

Der Arbeitgeber kann die erforderliche Vergleichsberechnung ausschließlich nach der Höhe der Einnahmen aus nichtselbstständiger Tätigkeit vornehmen. Dabei darf er auch solche Lohnbezüge berücksichtigen, die der Arbeitnehmer aufgrund seiner Erklärung nach Beendigung des bestehenden Dienstverhältnisses bei einem neuen Arbeitgeber erzielt. In die vereinfachte Vergleichsberechnung auf Grundlage der Lohnbezüge dürfen auch pauschalbesteuerte Arbeitgeberleistungen sowie dem Progressionsvorbehalt unterliegende Lohnersatzleistungen einbezogen werden.

Vereinfachungsregelung führt zu Pflichtveranlagung

Der Arbeitnehmer ist in diesem Fall verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.[1]

 
Achtung

Arbeitgeberhaftung bei falschem Lohnsteuerabzug

Kann der Arbeitgeber die erforderlichen Feststellungen nicht treffen, muss er im Zweifel die Besteuerung ohne Tarifermäßigung durchführen, also zunächst die volle Lohnsteuer einbehalten. Die ermäßigte Besteuerung kann dann ggf. erst im Veranlagungsverfahren durchgeführt werden.[2]

Grundsätzlich ist dem Arbeitgeber mit Blick auf die mögliche Haftung anzuraten, nur in sicheren Fällen die ermäßigte Besteuerung zu berücksichtigen. Eindeutig sind solche Sachverhalte, in denen die Höhe der Abfindungssumme zusammen mit dem bereits bezahlten Arbeitslohn zu höheren Jahresbezügen als im Vorjahr führt.

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