Lohnsteuer-Jahresausgleich ... / 3.2 Schritt 1: Jahresarbeitslohn berechnen

Ausgangsgröße der Berechnung ist der gesamte steuerpflichtige Jahresarbeitslohn, ggf. einschließlich Sachbezügen und Einmalzahlungen. Dieser ist anhand der im Lohnkonto eingetragenen steuerpflichtigen laufenden und sonstigen Bezüge zu ermitteln.

Steuerfreie Arbeitgeberleistungen bleiben außer Ansatz. Dasselbe gilt für pauschal besteuerten Arbeitslohn, weil hier der Arbeitgeber anstelle des Arbeitnehmers Schuldner der Lohnsteuer ist.[1]

 
Wichtig

Berücksichtigung ermäßigt besteuerter Entschädigungen nur auf Antrag

Entschädigungen (z.  B. Abfindungen) und Bezüge für eine mehrjährige Tätigkeit, für welche die Fünftelregelung[2] anzuwenden ist, können im Rahmen des betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleichs nicht ermäßigt besteuert werden. Die ermäßigt zu besteuernden Bezüge bleiben bei der Ermittlung des Jahresarbeitslohns außer Ansatz, es sei denn, der Arbeitnehmer beantragt deren Einbeziehung[3], dann aber zum normalen Tarif.

Bis auf Ausnahmefälle führt die ermäßigte Besteuerung für den Arbeitnehmer zu einem günstigeren Ergebnis als der betriebliche Lohnsteuer-Jahresausgleich. Bleiben die ermäßigt besteuerten Bezüge außer Ansatz, ist auch die hierfür einbehaltene (ermäßigte) Lohnsteuer bei der Ermittlung des Erstattungsbetrags nicht zu berücksichtigen.

Abzug von Versorgungsfreibetrag und Altersentlastungsbetrag

Von dem ermittelten Gesamtjahresarbeitslohn sind bei Versorgungsbezügen der Versorgungsfreibetrag sowie der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag abzuziehen und bei Arbeitnehmern, die zu Beginn des Ausgleichsjahres bereits das 64. Lebensjahr vollendet haben, der Altersentlastungsbetrag für Arbeitslohn aus einer aktiven Beschäftigung. Der Lohnsteuer-Jahresausgleich führt regelmäßig dazu, dass die genannten Freibeträge, die bei der monatlichen Lohnabrechnung während des Kalenderjahres häufig nicht voll ausgeschöpft werden, bis zu ihrer maximalen Obergrenze zum Abzug kommen.

 
Praxis-Beispiel

Ausgleich zwischen Monats- und Jahresfreibetrag

Ein vor Beginn des Kalenderjahres 2020 64 Jahre alter Arbeitnehmer erhält aus seiner Teilzeitbeschäftigung zunächst monatlich 600 EUR. Ab Juli verringert sich der Monatslohn infolge verkürzter Arbeitszeit auf 200 EUR.

Ergebnis: Der Altersentlastungsbetrag beträgt zunächst 64 EUR monatlich (16 % × 600 EUR, höchstens 64 EUR). Ab Juli verringert sich der monatliche Freibetrag auf 32 EUR (16 % × 200 EUR). Eine Verrechnung zwischen den einzelnen Monaten ist während des Kalenderjahres nicht zulässig. Den insgesamt zulässigen Altersentlastungsbetrag von 760 EUR erhält der Arbeitnehmer frühestens bei Durchführung des betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleichs.

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