Lohnsteuer-Ermäßigungsverfa... / 1 Änderung durch das ELStAM-Verfahren

Bei der Lohnsteuerberechnung darf der Arbeitgeber nur die vom BZSt mitgeteilten ELStAM-Daten anwenden. Seit dem Wegfall der Papierlohnsteuerkarte sind die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) für den Lohnsteuerabzug maßgebend. Im elektronischen Lohnsteuerverfahren meldet der Arbeitgeber seinen neuen Mitarbeiter mit den erforderlichen Angaben bei der ELStAM-Datenbank an, die ihm die Steuerabzugsmerkmale des Mitarbeiters zum elektronischen Abruf zur Verfügung stellt.

Die bisherigen Regelungen hinsichtlich der materiellen Voraussetzungen für die Berücksichtigung von Freibeträgen beim Lohnsteuerabzug bleiben unverändert. Der Wegfall der Papierlohnsteuerkarte hat jedoch zwangsläufig Änderungen im formellen Antragsverfahren bewirkt.

Gültigkeitsdauer der ELStAM

Bislang war die auf den Veranlagungszeitraum bezogene Gültigkeit der Lohnsteuerkarte an das strikte Kalenderjahrprinzip für die Geltungsdauer der Lohnsteuerabzugsmerkmale geknüpft. Diese jahresbezogene Betrachtung wird nur noch für das Faktorverfahren bzw. für die Lohnsteuerfreibeträge für einen Zeitraum von 2 Jahren aufrechterhalten. Ansonsten gelten die ELStAM der Steuerklassen und Kinderfreibeträge über das Kalenderjahr hinaus solange, bis sich die tatsächlichen Verhältnisse ändern. Änderungsanträge durch den Arbeitnehmer sind nur erforderlich, soweit diese nicht auf die Änderung von Personenstandsdaten zurückzuführen sind. Die Steuerklasse und Zahl der Kinderfreibeträge werden vom Bundeszentralamt für Steuern automatisch geändert, wenn diese durch Mitteilungen wie Heirat oder Geburt durch die Meldebehörde ausgelöst werden. Eine Antragstellung ist nur noch erforderlich, wenn die Änderung nicht auf melderechtliche Daten zurückzuführen ist.

 

Wichtig

Lohnsteuerfreibeträge können für 2 Jahre beantragt werden

Arbeitnehmer haben seit 2016 die Möglichkeit, eine 2-jährige Gültigkeitsdauer für die Bescheinigung der Freibeträge geltend zu machen. Eine Ausnahme gilt für Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbeträge, für die in der ELStAM-Datenbank eine mehrjährige Gültigkeitsdauer bescheinigt werden kann. Arbeitnehmer haben die Wahl, Freibeträge mit ein- oder zweijähriger Gültigkeitsdauer zu beantragen. In den amtlichen Vordruck des Antrags auf Lohnsteuer-Ermäßigung wurde dazu ein Ankreuzfeld aufgenommen. Eine erneute Antragstellung ist für den Lohnsteuerabzug 2019 nicht erforderlich, wenn Freibeträge für das Lohnsteuerverfahren 2018 in der ELStAM-Datenbank bis zum 31.12.2019 bescheinigt worden sind. Freibeträge sind im Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren 2019 nur dann zu beantragen, wenn sie erstmals bei der Lohnabrechnung ab 1.1.2019 zum Abzug kommen sollen bzw. wenn sie nur bis zum 31.12.2018 gültig sind.

Steuerklassenwahl: Faktor gilt künftig für 2 Kalenderjahre

Die 2-jährige Gültigkeit wurde auch auf das Faktorverfahren ausgedehnt. Die Gültigkeitsdauer des vom Finanzamt berechneten Faktors für einen 2-Jahreszeitraum ist erstmals ab dem Lohnsteuerermäßigungsverfahren 2019 vorgesehen. Für das Lohnsteuerverfahren 2019 kann ein Faktor nur bei erneuter Antragstellung berücksichtigt werden. Zum 1.1.2019 stellt die ELStAM-Datenbank dem Arbeitgeber die Steuerklassenkombination IV/IV zum Abruf bereit. Der Antrag 2019 ist nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck "Antrag auf Steuerklassenwechsel bei Ehegatten/Lebenspartnern" zu stellen. Werden für die Ermittlung des Faktors Lohnsteuerfreibeträge beantragt, ist für die Antragstellung das Formular "Antrag auf Lohnsteuerermäßigung" zu verwenden. Anders als bei der Gültigkeit des ELStAM "Freibetrag" haben Arbeitnehmer nicht die Wahl zwischen ein- und 2-jähriger Geltungsdauer. Die 2-jährige Gültigkeit ist beim Faktorverfahren ab 2019 zwingend. Der vom Finanzamt zum 1.1.2019 errechnete Faktor für Doppelverdiener-Ehegatten wird im ELStAM-Datenpool mit einer Gültigkeit bis zum 31.12.2020 bescheinigt.

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