Lohnsteuer-Anmeldung, Beitr... / 2 Inhalt der Anmeldung

2.1 Auszufüllende Kennziffern

Der Inhalt der Lohnsteuer-Anmeldung ergibt sich aus dem amtlichen Vordruckmuster. Es wird durch die Finanzverwaltung jährlich bestimmt und im Bundessteuerblatt bekannt gemacht.[1] Insbesondere hat der Arbeitgeber anzugeben, wie viel Lohnsteuer im Anmeldungszeitraum einzubehalten bzw. zu übernehmen war. Folgende Kennziffern sind regelmäßig auszufüllen:

  • Kennziffer 86: Zahl der Arbeitnehmer
  • Kennziffer 42: Summe der einzubehaltenden Lohnsteuer
  • Kennziffer 49: Solidaritätszuschlag
  • Kennziffer 61: Evangelische Kirchensteuer
  • Kennziffer 62: Römisch-katholische Kirchensteuer

Als abzuführende Lohnsteuer ist die Lohnsteuer anzugeben, die nach Abzug der erstatteten Lohnsteuer (z. B. im Jahresausgleich) verbleibt.

 
Achtung

BAV-Förderbetrag für Geringverdiener

Arbeitgeber dürfen vom Gesamtbetrag der einzubehaltenden Lohnsteuer für jeden Arbeitnehmer mit einem ersten Dienstverhältnis einen Teilbetrag des Arbeitgeberbeitrags zur kapitalgedeckten betrieblichen Altersversorgung (BAV-Förderbetrag) entnehmen und gesondert absetzen. Dieser Betrag ist in Kennziffer 45 einzutragen. Zusätzlich ist die Zahl der Arbeitnehmer mit BAV-Förderbetrag in Kennziffer 90 einzutragen.

2.2 Trennung einzubehaltende und pauschale Lohnsteuer

Zu beachten ist die Trennung zwischen den im Regelverfahren (nach den individuellen Lohnsteuerabzugsmerkmalen) erhobenen Beträgen (Kennziffer 42) und der pauschal erhobenen Lohnsteuer (Kennziffer 41). Darüber hinaus wird die Pauschalbesteuerung von Sachzuwendungen nach § 37b EStG getrennt angemeldet (Kennziffer 44).

Durch den getrennten Ausweis besteht für die Finanzverwaltung die Möglichkeit, die vom Arbeitgeber insgesamt bescheinigte Lohnsteuer, mit der von ihm angemeldeten Lohnsteuer abzugleichen. Zudem können so, insbesondere durch die getrennte Angabe der pauschal erhobenen Lohnsteuer, Erkenntnisse für eine Außenprüfung gewonnen werden.

Die Aufteilung der im vereinfachten Verfahren erhobenen pauschalen Kirchensteuer auf die erhebungsberechtigten Konfessionen (Kennziffer 47) nimmt die Finanzverwaltung vor. Hierdurch wird für die Arbeitgeber das Anmeldungsverfahren erheblich erleichtert.

2.3 Sonderregelung für Reeder

Eine Sonderregelung gilt für Arbeitgeber, die eigene oder gecharterte Handelsschiffe betreiben. Sie dürfen in Kennzahl 33 die gesamte Lohnsteuer, die auf den Arbeitslohn entfällt, der an die Besatzungsmitglieder für die Beschäftigungszeiten auf diesen Schiffen gezahlt wird, abziehen und einbehalten. Der Anrechnungssatz ist ab 1.6.2016 von 40 auf 100 % angehoben worden.[1] Der erhöhte Lohnsteuereinbehalt soll 60 Monate gelten. Danach tritt die bisherige Regelung mit einem Lohnsteuereinbehalt von 40 % wieder in Kraft.

[1] Gesetz zur Änderung des Einkommensteuergesetzes zur Erhöhung des Lohnsteuereinbehalts in der Seeschifffahrt v. 24.2.2016, BGBl 2016 I S. 310.

2.4 Pflicht zur Abgabe einer Nullmeldung

War im Anmeldungszeitraum keine Lohnsteuer einzubehalten und hat der Arbeitgeber auch keine Lohnsteuer übernommen, so besteht der Inhalt der Lohnsteuer-Anmeldung in der Mitteilung dieser Tatsache. Dies geschieht durch die Eintragung der Zahl Null in den Kennzahlen 42, 41, 44, 48 und 83 der Anmeldung, sog. Nullmeldung.

2.5 Ausblick: Erweiterung der Angaben ab 2021

Bislang hat der Arbeitgeber die Summe der im Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum einzubehaltenden und zu übernehmenden Steuerabzugsbeträge nach dem Zeitpunkt ihrer Entstehung einem Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum zuzuordnen. Abweichend hiervon hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung die einbehaltenen Steuerabzugsbeträge für das Kalenderjahr zu bescheinigen, in dem der Arbeitslohn als bezogen gilt. Die bescheinigte Lohnsteuer eines Kalenderjahres kann dadurch von der angemeldeten Lohnsteuer eines Kalenderjahres abweichen. Dies führt dazu, dass bei einem maschinellen Abgleich der in der Lohnsteueranmeldung angemeldeten Steuerabzugsbeträge mit den auf der Lohnsteuerbescheinigung bescheinigten Steuerabzugsbeträgen eines Kalenderjahres regelmäßig Differenzbeträge auftreten. Deshalb sind die angemeldeten Lohnsteuerbeträge für Lohnzahlungszeiträume, die nach dem 31.12.2020 enden, nach dem Kalenderjahr des Bezugs aufzuschlüsseln.[1]

[1] § 41a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG i. V. m. § 52 Abs. 40a EStG i. d. F. des Gesetzes zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften.

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