Lohnabrechnungszeitraum / Sozialversicherung

1 Beitragsperiode: Kalendermonat

Sozialversicherungsrechtlich einerseits sowie arbeitsrechtlich als auch steuerrechtlich andererseits müssen die Entgeltabrechnungszeiträume nicht immer übereinstimmen. Der Entgeltabrechnungszeitraum ist ein wichtiger Faktor für die Beitragsberechnung.

Sozialversicherungsrechtlich ist grundsätzlich der Kalendermonat als Beitragsperiode anzusehen.[1] Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag und die Beitragsbemessungsgrenze werden je Kalendermonat für die Kalendertage berechnet, an denen eine versicherungspflichtige Beschäftigung besteht.[2] Ein voller Kalendermonat wird mit 30 Kalendertagen angesetzt.

1.1 Entgeltabrechnungszeitraum ist kein Kalendermonat

Das Arbeitsentgelt ist höchstens bis zu den Beitragsbemessungsgrenzen in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zu berücksichtigen.

 
Praxis-Beispiel

Aufteilung des Abrechnungszeitraums

 
Abrechnungszeitraum Januar 2020
Arbeitsentgelt 7.000,00 EUR
Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung aus 4.687,50 EUR
Beiträge zur allgemeinen Renten- und Arbeitslosenversicherung aus 6.900,00 EUR

Stimmen die Entgeltabrechnungszeiträume nicht mit den Kalendermonaten überein (z. B. 16.12.2019 bis 15.1.2020), dann ist dieser Zeitraum in 2 Abrechnungszeiträume aufzuteilen. In diesen Zeiträumen sind die jeweils maßgebenden Teil-Beitragsbemessungsgrenzen (16.12. bis 31.12.2019 und 1.1. bis 15.1.2020) zu berücksichtigen.

 
Praxis-Beispiel

Änderung Beitragssatz/-bemessungsgrenzen

 
Abrechnungszeitraum 16.12.2019 bis 15.1.2020
Arbeitsentgelt 7.000,00 EUR
Beitragsbemessungsgrenzen 16.12. bis 31.12.2019
Kranken-/Pflegeversicherung
(54.450 EUR × 15 : 360)
2.268,75 EUR
Renten-/Arbeitslosenversicherung
(80.400 EUR × 15 : 360)
3.350,00 EUR
Beitragsbemessungsgrenzen 1.1. bis 15.1.2020
Kranken-/Pflegeversicherung
(56.250 EUR × 15 : 360)
2.343,75 EUR
Renten-/Arbeitslosenversicherung
(82.800 EUR × 15 : 360)
3.450,00 EUR

Dies gilt gleichermaßen, wenn sich während eines Entgeltabrechnungszeitraums der Beitragssatz ändert.

1.2 Zuordnung zum Entgeltabrechnungszeitraum

Die Zuordnung zum richtigen Entgeltabrechnungszeitraum ist z. B. entscheidend für die Höhe der Beitragspflicht von Einmalzahlungen.

Einmalzahlungen sind einem bestimmten Entgeltabrechnungszeitraum zuzuordnen, bei

  • bestehendem Beschäftigungsverhältnis

    • dem Entgeltabrechnungszeitraum der Zahlung,
  • beendetem oder ruhendem Beschäftigungsverhältnis

    • dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des laufenden Kalenderjahres,
  • Zahlung in der Zeit vom 1.1. bis 31.3. und Überschreiten der anteiligen Beitragsbemessungsgrenze, sofern das Beschäftigungsverhältnis bereits im Vorjahr bestanden hat

    • dem letzten Entgeltabrechnungszeitraum des vergangenen Kalenderjahres. Sonderregelung existiert nach § 23a Abs. 4 SGB IV.[1]
[1]

S. Märzklausel.

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