Lohnabrechnung im Baugewerbe / 2.3.5 Wegekostenerstattung in Berlin (§ 7 Abs. 5 BRTV)

Im Gebiet des Landes Berlin gelten abweichende Regelungen.[1] Gewerbliche Arbeitnehmer, die in Berliner Baubetrieben beschäftigt sind, haben für jeden Arbeitstag Anspruch auf eine Wegekostenerstattung, sofern kein Anspruch auf einen Verpflegungszuschuss nach § 7 Abs. 4 Nr. 4.1 BRTV besteht.

[1] § 7 Abs. 5 BRTV.

2.3.5.1 Wohnsitz und Arbeitsstelle in Berlin

Die Wegekostenerstattung beträgt für

 
gewerbliche Arbeitnehmer, die auf einer Bau- oder Arbeitsstelle außerhalb des Betriebs eingesetzt werden (§ 7 Abs. 5.11 BRTV) 5,40 EUR
für gewerbliche Arbeitnehmer, denen die Möglichkeit der kostenlosen Beförderung zur Bau- oder Arbeitsstelle mit einem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten, ordnungsgemäßen Fahrzeug gegeben wird, sowie für Kraftfahrzeugfahrer, die ihre Arbeit am Betriebssitz oder an einer sonstigen ständigen Vertretung des Arbeitgebers antreten oder beenden (§ 7 Abs. 5.12 BRTV) 3,90 EUR
für gewerbliche Arbeitnehmer, die ständig am Betriebssitz oder einer sonstigen ständigen Vertretung des Arbeitgebers eingesetzt werden (§ 7 Abs. 5.13 BRTV) 3,90 EUR

2.3.5.1.1 Wohnsitz in und Arbeitsstelle außerhalb Berlins

In diesem Fall besteht neben der Wegekostenerstattung zusätzlich ein Anspruch auf eine Fahrtkostenabgeltung. Diese beträgt 0,27 EUR für jeden Entfernungskilometer von der Stadtgrenze bis zur Einsatzstelle (Baustelle). Dabei ist die kürzeste Entfernung (Luftlinie) maßgeblich (§ 7 Abs. 5.2 BRTV).

Der arbeitstägliche Anspruch auf die zusätzliche Fahrtkostenabgeltung ist auf eine Entfernung von 50 km (Stadtgrenze Berlin bzw. Kreisgrenze bis Baustelle) begrenzt. Der Höchstbetrag ist festgesetzt auf 13,29 EUR.

Wohnsitz außerhalb Berlins

Erfolgt der Einsatz im Kreis des Wohnsitzes, erhält der Arbeitnehmer die Wegekostenerstattung. Erfolgt der Einsatz außerhalb des Wohnsitz-Kreises, erhält der Arbeitnehmer zusätzlich die Fahrkostenabgeltung für die Entfernungskilometer (Luftlinie) von der Kreisgrenze bis zu seiner Einsatzstelle (Baustelle).[1]

Der arbeitstägliche Anspruch auf die zusätzliche Fahrtkostenabgeltung ist auf eine Entfernung von 50 km (Stadtgrenze Berlin bzw. Kreisgrenze bis Baustelle) begrenzt. Der Höchstbetrag ist festgesetzt auf 13,29 EUR.

Pauschalversteuerung

Soweit gewährte Fahrtkostenabgeltungen zu versteuern sind, hat der Arbeitgeber von der Möglichkeit der Pauschalversteuerung nach § 40 Abs. 2 EStG Gebrauch zu machen. Dabei darf die Pauschalsteuer dem Arbeitnehmer nicht abgezogen werden. Diese Regelung gilt auch bei einer kostenlosen Beförderung durch den Arbeitgeber, wenn diese als Sachbezug zu versteuern ist.

[1] § 7 Abs. 5.3 BRTV.

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