Licht

Zusammenfassung

 

Begriff

Licht ist physikalisch betrachtet die elektromagnetische Strahlung im Bereich von 380 bis 780 Nanometer (nm), die für den Menschen sichtbar ist. Gleichzeitig besteht Licht aber auch aus Teilchen (Photonen). Diese beiden Eigenschaften des Lichts werden auch Welle-Teilchen-Dualismus genannt.

Betrachten wir den Prozess in der Arbeitswelt, dann wird dafür der Begriff "Beleuchtung" benutzt. Die Beleuchtung erhellt Arbeitsräume und Wege mit Lichtquellen und schafft geeignete Lichtverhältnisse für die jeweiligen Tätigkeiten. Lichtquellen können künstlich (Leuchten) und natürlich (Tageslicht) sein, wobei ein ausgewogenes, harmonisches Nebeneinander von beiden Arten eingerichtet werden sollte. Licht ist damit mit 2, sich zwischenzeitlich auch normungstechnisch aufeinander beziehenden, Begriffen verbunden: Tageslicht und Kunstlicht.

Die Bedeutung des Lichts für den Menschen wird meist unterschätzt. Licht ist Leben und ein für die Natur und den Menschen als Teil der Natur unabdingbares Lebensprinzip.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Für eine normgerechte Planung und Betrieb sind folgende Regelungen relevant:

Die DIN EN 12461-1 "Beleuchtung von Arbeitsstätten – Arbeitsstätten in Innenräumen" (August 2011) gilt wortgleich in ganz Europa und als ISO 8995/CIE S 008 als ISO-Standard in ähnlicher Form weltweit. Sie stellt den anerkannten Stand der Technik nach § 4 Abs. 3 ArbSchG dar. Die DIN EN 12461-1 (2011) fordert noch deutlicher als in der Fassung von 2003 den Tageslichtbezug ein. Die Anforderungen gelten i. d. R. nun sowohl für Tages- als auch für Kunstlicht. Die DIN EN 12464-1 weist auch mehrfach darauf hin, dass die Beleuchtung entweder steuerbar oder regelbar ausgelegt sein soll. Dies bedeutet, dass ein sinnvolles Lichtmanagement eingesetzt werden soll.

Grundsätzliche Anforderungen an die Arbeitsstätten werden in Anhang 3.4 Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) geregelt.

Ein Streitpunkt der 2015 gescheiterten Arbeitsstättenverordnung war, dass der Arbeitgeber grundsätzlich für Tageslicht am Arbeitsplatz und eine Sichtverbindung nach außen zu sorgen hat. Kritikpunkt war, dass auch in Archiven und anderen wenig genutzten Räumen alle Vorgaben zu Beleuchtung und Temperatur gelten sollten. Die geltende Formulierung gibt Spielraum für Ausnahmen und benennt diese. Ausnahmen bilden z. B. Räume, wo Mitarbeiter sich nur kurzfristig aufhalten, wie Archive, Lager-, Maschinen- und Nebenräume.

Die Anforderungen an die Beleuchtung sind in ASR A3.4 "Beleuchtung" ausgeführt.

Achtung: Die DIN EN 12464-1 und die ASR A3.4 unterscheiden sich in Nomenklatur und Inhalt (vgl. Abschn. 1 ASR A3.4). Der Arbeitgeber muss darauf achten, dass die Lichtplaner beiden Anforderungen gerecht werden. Der Leitfaden zur DIN EN 12464-1 stellt die Unterschiede zwischen DIN EN 12464-1 und ASR A3.4 ausführlich dar und zeigt Wege auf wie Planer beiden Anforderungen gerecht werden.

Die folgenden Informationen der Berufsgenossenschaften konkretisieren die o. g. Richtlinien:

  • BGHM-I 101 "Mensch und Arbeitsplatz" (Abschn. 4.2),
  • DGUV-I 215-444 "Sonnenschutz im Büro",
  • DGUV-I 215-442 "Beleuchtung im Büro",
  • DGUV-I 215-211 "Tageslicht am Arbeitsplatz".

1 Licht ist Leben

Licht ist mehr als hell oder dunkel. Licht ist von jeher eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung und das Bestehen allen Lebens. Der Mensch ist in höchstem Maße abhängig vom Licht, denn ohne Licht ist alles Leben unvorstellbar, ja unmöglich.

Licht ist Lebensgrundlage: Die Menschen brauchen das Licht nicht nur, um zu sehen, sondern auch für andere lebenswichtige Funktionen. Lichtsignale, über unsere Augen wahrgenommen, steuern unsere "innere Uhr" im Gehirn, aktivieren Gene und Proteine, beeinflussen unser Hormonsystem und koordinieren unseren biologischen Rhythmus. Tag für Tag wirkt Licht auf Physis und Psyche, auf unser Wohlbefinden, unsere Konstitution und Leistungsfähigkeit. Licht ist existenziell für die menschliche Orientierung, Kreativität und nicht zuletzt auch Produktivität.

Vor der umfassenden Elektrifizierung arbeiteten die Menschen nur dann, wenn genug natürliches Licht zur Verfügung stand. Heute hängt der wirtschaftliche Erfolg dagegen in hohem Maße davon ab, jederzeit produktiv sein zu können – auch während der dunklen Tages- und Nachtzeiten. Natürliche Lichtquellen haben daher immer mehr an Bedeutung verloren. An ihre Stelle sind die künstlichen Lichtquellen getreten. Sie sind heutzutage Basis für fast jedes Arbeitsverfahren. Die Technik erlaubt uns, von Natur gesetzte Grenzen zu durchbrechen. Durch das künstliche Licht machen wir die Nacht zum Tag.

Nach wie vor ist es dem Menschen jedoch nicht möglich, sein ursprüngliches Erbe vollständig zu verleugnen. Im Laufe der Evolution hat er sich an den Tageslichtverlauf angepasst, der nach wie vor in nicht unwesentlichem Maße seinen Biorhythmus bestimmt. Aus diesem Grunde dürfen die Eigenschaften des Tageslichts bei der Betrachtung künstlicher Beleuchtung nicht außer Acht gelassen werden.

 

Wichtig

Tageslicht ist gefordert

Gemäß Abschn. 4.1 ASR A3.4 müssen

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