Lang-Zeitkonten und Sabbati... / 3 Das Management von Kurz-Zeitkonten, Lang-Zeitkonten, Sabbaticals und Lebensarbeits-Zeitkonten

Es ist sinnvoll, vor der Einführung von Lang-Zeitkonten zuerst die aktuelle Arbeitszeitgestaltung und insbesondere die Arbeitszeitpraxis zu beleuchten. Ein zu schnell entwickeltes Lang-Zeitkonto, das den komplexen betrieblichen Anforderungen nicht entspricht, könnte das bestehende Arbeitszeitmodell konterkarieren (z. B. Anpassung an Schwankungen und Ausgleich innerhalb eines Jahres) und damit betriebswirtschaftliche und rechtliche Folgeschäden verursachen.

So wird bei Einführung von Lang-Zeitkonten die Arbeitszeitgestaltung einer Analyse unterzogen, um eine personalwirtschaftlich optimale Basis für den Start der Lang-Zeitkonten zu schaffen. Jahresarbeitszeiten mit einem Kurz-Zeitkonto und Lang-Zeitkonten/Lebensarbeits-Zeitkonten verfolgen unterschiedliche Ziele und sollten unserer Erfahrung nach separat geführt werden.

Vereinbarungen, die eine Ausbezahlung von Plusstunden oder ihre Umbuchung auf Lang-Zeitkonten am Ausgleichsstichtag vorsehen, erweisen sich oft als kontraproduktiv. Hier besteht die Gefahr, dass Zeitkonten ein Instrument zum "Hamstern" für Blockfreizeiten werden und nicht mehr das originäre Ziel der Anpassung an Schwankungen und des Ausgleichs im Vordergrund steht. Es fehlen der wirtschaftliche Umgang mit der Zeit und das Haushalten mit dem vorhandenen Zeit-Budget.

Stärker als herkömmliche Arbeitszeitsysteme bedürfen flexible Arbeitszeitmodelle mit Zeitkonten der aktiven Planung, Steuerung und Kontrolle, um für das Unternehmen und die Beschäftigten effiziente und motivierende Lösungen zu realisieren.

Abb. 2: Flexibles Arbeitszeitmanagement

Um Kurz-Zeitkonten effizient zu managen, können Arbeitsanfallanalysen – Auswertungen des Arbeitsanfalls der Vergangenheit in Verbindung mit Prognosen für die Zukunft - vorgenommen werden. Sie bilden eine Grundlage für die Personalbedarfs- und -einsatzplanung.

Abb. 3: Kurz-Zeitkonten und Zeitwertkonten

Ein funktionierendes Controlling mit transparenten Informationen über geleistete Arbeitsmengen und mit aktuellen Daten aus der Zeitwirtschaft trägt zur Optimierung der Planung bei.

Die erfolgreiche Implementierung einer Jahresarbeitszeit oder eines Lang-Zeitkontos fordert ein Umdenken vom Unternehmen, seinen Führungskräften und auch von den Beschäftigten. Die Kommunikation der Modelle und die Schulung ihrer Anwendung sind elementare Voraussetzungen für ihre erfolgreiche Anwendung und für das Management größerer Zeitsalden.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge