Kurzfristige Beschäftigung / 4 Zusammenrechnung

Bei der Prüfung, ob die oben genannten Zeiträume (3 Monate oder 70 Arbeitstage bzw. 5 Monate oder 115 Arbeitstage bei Beschäftigungen vom 1.3.2020 bis 31.10.2020) überschritten werden, sind die Zeiten mehrerer aufeinanderfolgender kurzfristiger Beschäftigungen zusammenzurechnen. Dies gilt auch, wenn die Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern ausgeübt wurden.

Die versicherungsrechtliche Beurteilung wird immer vorausschauend für die gesamte Beschäftigungsdauer vorgenommen. Das gilt auch dann, wenn diese über den Jahreswechsel hinaus andauert.

 
Wichtig

Keine Zusammenrechnung

Kurzfristige und geringfügig entlohnte Beschäftigungen dürfen nicht zusammengerechnet werden.

4.1 Maßgeblicher Prüfzeitraum

Bei der Prüfung von Vorbeschäftigungen wird auf das Kalenderjahr abgestellt. Der Jahreszeitraum beginnt immer am 1.1. des Kalenderjahres, in dem die Beschäftigung ausgeübt wird. Er endet mit dem voraussichtlichen Ende der zu beurteilenden Beschäftigung. Jeweils bei Beginn einer neuen Beschäftigung ist zu prüfen, ob diese zusammen mit den im Laufe eines Kalenderjahres bereits ausgeübten Beschäftigungen die Zeitgrenze von 3 Monaten oder 70 Arbeitstagen überschritten wird. Für Beschäftigungen, die vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 ausgeübt wurden, durfte diese unter Berücksichtigung der Vorbeschäftigungszeiten die Zeitgrenze von 5 Monaten oder 115 Arbeitstagen nicht überschreiten. Angerechnet werden alle kurzfristig ausgeübten Beschäftigungen innerhalb dieses Zeitraums. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um geringfügig entlohnte oder mehr als geringfügig entlohnte Beschäftigungen handelt. Entscheidend ist, dass es sich um – für sich betrachtet – kurzfristige Beschäftigungen handelt.

4.2 Zeitgrenze von 90 Kalendertagen

Bei der Zusammenrechnung treten an die Stelle des Zeitraums von 3 Monaten 90 Kalendertage (5-Tage-Woche), wenn die Vorbeschäftigungen keine vollen Kalendermonate umfassten. Sind Beschäftigungen mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von weniger als 5 Tagen und Beschäftigungen von 5 oder mehr Arbeitstagen zusammenzurechnen, ist einheitlich von dem Zeitraum von 70 Arbeitstagen auszugehen.

Beschäftigung vom 1.3.2020 bis 31.10.2020

Ausnahmeregelung: Wurde die Beschäftigung vom 1.3.2020 bis 31.10.2020 ausgeübt, traten an die Stelle von 5 Monaten 150 Kalendertage bei einer 5-Tage-Woche, sofern die Vorbeschäftigungen keine vollen Kalendermonate umfassten. Für zu berücksichtigende Beschäftigungen, die wöchentlich an weniger als 5 Tagen ausgeübt wurden, war von 115 Arbeitstagen auszugehen.

 
Praxis-Beispiel

Mehrere Aushilfsbeschäftigungen (Beschäftigung vom 1.3.2020 bis 31.10.2020)

Eine Hausfrau nahm eine vom 22.7.2020 bis 30.9.2020 befristete Aushilfstätigkeit auf (5-Tage-Woche). In der Zeit vom 13.5.2020 bis 29.5.2020 und vom 21.11.2019 bis 12.12.2019 war sie ebenfalls befristet beschäftigt (jeweils 5-Tage-Woche).

Ergebnis: Für die Prüfung der Zeitgrenze war neben der zu beurteilenden Beschäftigung vom 22.7.2020 bis 30.9.2020 die Vorbeschäftigung vom 13.5.2020 bis 29.5.2020 zu berücksichtigen, weil diese für sich allein gesehen ebenfalls kurzfristig war.

 
13.5.2020 bis 29.5.2020 = 17 KT  
22.7.2020 bis 30.9.2020 = 70 KT  
insgesamt: 87 KT  

Die Beschäftigung vom 22.7.2020 bis 30.9.2020 war versicherungsfrei, weil unter Berücksichtigung der Vorbeschäftigung vom 13.5.2020 bis 29.5.2020 die Zeitgrenze von 150 Kalendertagen nicht überschritten wurde. Die Beschäftigung vom 21.11.2019 bis 12.12.2019 durfte bei der Zusammenrechnung nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht im Kalenderjahr 2020 ausgeübt wurde.

 
Praxis-Beispiel

Mehrere Aushilfsbeschäftigungen

Eine Hausfrau nimmt eine vom 1.11.2021 bis 29.12.2021 befristete Aushilfstätigkeit auf (5-Tage-Woche). In der Zeit vom 6.1.2021 bis 20.1.2021 und vom 21.11.2020 bis 12.12.2020 war sie ebenfalls befristet beschäftigt (jeweils 5-Tage-Woche).

Ergebnis: Für die Prüfung der Zeitgrenze ist neben der zu beurteilenden Beschäftigung vom 1.11.2021 bis 29.12.2021 die Vorbeschäftigung vom 6.1.2021 bis 20.1.2021 zu berücksichtigen, weil diese für sich allein gesehen ebenfalls kurzfristig war.

 
6.1.2021 bis 20.1.2021 = 15 KT  
1.11.2021 bis 29.12.2021 = 59 KT  
insgesamt: 74 KT  

Die Beschäftigung vom 1.11.2021 bis 29.12.2021 ist versicherungsfrei, weil unter Berücksichtigung der Vorbeschäftigung vom 6.1.2021 bis 20.1.2021 die Zeitgrenze von 90 Kalendertagen nicht überschritten wird. Die Beschäftigung vom 21.11.2020 bis 12.12.2020 darf bei der Zusammenrechnung nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht im Kalenderjahr 2021 ausgeübt wurde.

 
Praxis-Beispiel

Welche Zeitgrenze gilt?

Ein Einzelhändler stellt jeweils eine Aushilfe A und B ein:

Aushilfe A arbeitet den gesamten Januar von Montag bis Samstag. Außerdem hat sie bereits den gesamten November die Zeit zwischen Ausscheiden einer Mitarbeiterin und Neueinstellung einer Vollzeitkraft zum 1.12. überbrückt. Auch hier war sie an 6 Wochentagen beschäftigt.

Aushilfe B wird für die Zeit vom 1.2.2021 bis 25.2.2021 eingestellt und arbeitet jeweils Montag bis Donnerstag. Sie ist außerdem schon fest für die Inventur Ende...

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