Kurzarbeitergeld: Auswirkun... / 4.1 Ermittlung des fiktiven Arbeitsentgelts

Bei der Ermittlung des fiktiven Entgelts bleiben sowohl beim Sollentgelt als auch beim Istentgelt Einmalzahlungen außer Betracht. Außerdem sind beim Sollentgelt Vergütungen für Mehrarbeit (Überstunden) nicht zu berücksichtigen. Als Istentgelt gilt das im Kurzarbeitergeld-Anspruchszeitraum tatsächlich erzielte Brutto-Arbeitsentgelt, zzgl. aller ihm zustehenden Entgeltanteile. Dazu gehört auch die Vergütung für Arbeitstage, an denen Arbeitnehmer aus anderen Gründen von der Arbeit freigestellt werden. So erhöhen z. B. bezahlte Urlaubstage oder bezahlter Abbau eines Überstundenkontos das Istentgelt.

 
Hinweis

Rundung des Kurzarbeitergeldes betrifft nicht die Beitragsberechnung

Das Sollentgelt und das Istentgelt sind für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes auf den nächsten durch 20 teilbaren Euro-Betrag zu runden. Dies gilt aber nicht für die Beitragsberechnung.

 
Praxis-Beispiel

Ermittlung des fiktiven Entgelts, freiwillige Krankenversicherung, Zusatzbeitrag der Krankenkasse 1,1 %

 
Sollstunden für Juli 2021 (ohne Mehrarbeitsstunden) 188
Tatsächlich geleistete Stunden (davon 5 Mehrarbeitsstunden) 90
Stundenlohn 38 EUR
Sollentgelt (38 EUR × 188 Std.) 7.144 EUR
Istentgelt (38 EUR × 90 Std.) 3.420 EUR
Begrenzung Sollentgelt auf Beitragsbemessungsgrenze Arbeitslosenversicherung 7.100 EUR
Ausfallentgelt (7.100 EUR – 3.420 EUR) 3.680 EUR
80 % des Ausfallentgelts (Bemessungsentgelt) 2.944 EUR
Ausgangswert insgesamt (3.420 EUR + 2.944 EUR) 6.364 EUR

Kann das Sollentgelt nicht hinreichend bestimmt werden, ist auf das durchschnittliche in den letzten 3 abgerechneten Entgeltzahlungszeiträumen erzielte Entgelt abzustellen.

 
Hinweis

Keine Berücksichtigung steuerfreier Entgeltbestandteile

Sowohl für die Berechnung des Sollentgelts, als auch für die Berechnung des Istentgelts wird lediglich Arbeitsentgelt herangezogen, welches der Beitragspflicht nach dem SGB III unterliegt. Es muss sich also um Entgelt im Sinne der Sozialversicherung handeln. Bezügebestandteile, die nicht dazu gehören, insbesondere steuerfreie Bezüge, wie z. B. Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge (SFN-Zuschläge), haben auf die Berechnung des Soll- und Istentgelts keinen Einfluss. Sie sind für die Höhe des Kurzarbeitergeldes wertneutral und auch für die Beitragsberechnung zur Sozialversicherung ohne Belang. Wird der Stundenlohn von 25 EUR überschritten[1], sind die SFN-Zuschläge, die auf den überschreitenden Teil des Stundenlohns entfallen, dem sozialversicherungsrechtlichen Arbeitsentgelt hingegen zuzurechnen und damit bei der Berechnung des Soll- und Istentgelts zu berücksichtigen.

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