Kurzarbeit / 5.2.2 Beitragserstattung bei beruflicher Weiterbildung

Als Anreiz, Zeiten der Kurzarbeit für eine Qualifizierung zu nutzen, erstattet die Bundesagentur für Arbeit Arbeitgebern 50 % der Beiträge zur Sozialversicherung, wenn die Beschäftigten an einer während der Kurzarbeit begonnenen beruflichen Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen (hat die Weiterbildung vor dem individuellen Eintritt in die Kurzarbeit begonnen, besteht ggf. Anspruch auf eine Förderung für Beschäftigte unter den allgemeinen Bedingungen). Voraussetzung ist, dass die Arbeitnehmer

  • Kurzarbeitergeld vor dem 31.7.2023 beziehen und
  • an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, die

    • insgesamt mehr als 120 Stunden (Unterrichtseinheiten) dauert und von einem zugelassenen (nach dem Recht der Arbeitsförderung zertifizierten) Träger durchgeführt wird oder
    • auf ein nach § 2 Abs. 1 AFBG förderfähiges Ziel vorbereitet und von einem dafür geeigneten Träger[1] durchgeführt wird.

Die Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge erfolgt nur für die Zeit, in der der Arbeitnehmer vom vorübergehenden Arbeitsausfall betroffen ist; für die Höhe wird eine Pauschale von 20 % abzüglich des (hälftigen) Beitrags zur Arbeitsförderung zugrunde gelegt.

Bei Erfüllung dieser Voraussetzungen erfolgt im Falle einer vorzeitigen Beendigung der Maßnahme keine Rückforderung von erstatteten Beiträgen; für die Erstattung kommt es zudem nicht darauf an, ob die Maßnahme erfolgreich abgeschlossen wurde.[2]

 
Hinweis

Erstattungsmöglichkeiten gelten kumuliert

Mit der Erstattung bei beruflicher Weiterbildung können Arbeitgeber zusammen mit der o. a. pandemiebedingten Erstattungsregelung ab dem 1.7.2021 bis zum 31.12.2021 weiterhin noch eine vollständige, anschließend noch eine hälftige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge bei Kurzarbeit erhalten.

Über die Teilerstattung der Sozialversicherungsbeiträge hinaus werden Arbeitgebern vom 1.1.2021 bis zum 31.7.2023 ggf. auch die Lehrgangskosten für berufliche Qualifizierungen erstattet, wenn die Weiterbildung mehr als 120 Stunden dauert und die Maßnahme und der Träger nach dem SGB III zertifiziert sind (für Maßnahmen nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz kommt eine Lehrgangskostenerstattung nicht in Betracht). Die Erstattung der Lehrgangskosten ist gesondert zu beantragen, sie ist pauschaliert und richtet sich nach der Betriebsgröße. Sie beträgt bei Betrieben mit weniger als 10 Beschäftigten 100 %, bei Betrieben von 10 bis unter 250 Beschäftigten 50 %, bei Betrieben von 250 bis unter 2.500 Beschäftigten 25 %, darüber hinaus 15 % der Kosten.[3] Eine Erstattung der Lehrgangskosten erfolgt für die gesamte Dauer der Qualifizierung, d. h. auch über die Kurzarbeit hinaus.

[3]

Zu weiteren Regelungen zur Weiterbildungsförderung für Beschäftigte, s. Arbeitsförderung, Abschn. 5.2.

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