Kurzarbeit / 5.2.1 Tragung der Beiträge

Soweit bei Kurzarbeit Arbeitsentgelt (sog. Kurzentgelt) gezahlt wird, tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beiträge zur Sozialversicherung grundsätzlich zur Hälfte. Soweit Kurzarbeitergeld gezahlt wird, sind die Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung allein vom Arbeitgeber zu tragen.[1] Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind nicht zu entrichten.

 
Achtung

Bis 31.12.2021: Sonderregelung zur Beitragserstattung für Arbeitgeber

Aufgrund der außergewöhnlichen Situation am Arbeitsmarkt infolge der COVID-19-Pandemie hatte die Bundesregierung bereits im März 2020 Sonderregelungen zur Entlastung der Arbeitgeber bei den Sozialversicherungsbeiträgen beschlossen. Danach erstattet die Bundesagentur für Arbeit Arbeitgebern für Arbeitsausfälle bis zum 31.12.2020 die von ihnen grundsätzlich allein zu tragenden Beiträge pauschaliert in voller Höhe; dies gilt auch soweit in dieser Zeit Saison-Kurzarbeitergeld in der Baubranche bezogen wird. Als Pauschale wird ein Satz von 40 % abzüglich des Beitragssatzes zur Arbeitsförderung (derzeit 2,4 %-Punkte) zugrunde gelegt. Diese Regelungen wurden – modifiziert – bis zum 31.12.2021 verlängert. Danach erstattet die Bundesagentur für Arbeit die Beiträge

  • bis zum 30.6.2021 weiterhin in voller Höhe,
  • vom 1.7.2021 längstens bis zum 31.12.2021 in Höhe von 50 %, wenn mit der Kurzarbeit bis zum 30.6.2021 begonnen wurde.[2]

Beispiele:

Beginn der Kurzarbeit im April 2020: Die Sozialversicherungsbeiträge werden bis 30.6.2021 in voller Höhe, danach längstens bis zum 31.12.2021 in Höhe von 50 % erstattet.

Beginn der Kurzarbeit im Juli 2021: Eine Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen nach der Sonderregelung ist nicht mehr möglich.

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