Kurzarbeit / 4 Bezugsdauer

Die gesetzliche Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes beträgt einheitlich 12 Monate. Das BMAS kann diese Bezugsdauer durch Rechtsverordnung bis zur Dauer von 24 Monaten verlängern, wenn außergewöhnliche Verhältnisse auf dem gesamten Arbeitsmarkt vorliegen.

Die Bezugsdauer beginnt mit dem ersten Kalendermonat, für den in einem Betrieb Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber gezahlt wird. Sie läuft kalendermäßig ab. Sie verlängert sich, wenn innerhalb der Frist für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens einem Monat kein Kurzarbeitergeld gezahlt worden ist, um diesen Zeitraum. Bei einer Unterbrechung von 3 oder mehr Kalendermonaten beginnt grundsätzlich eine neue Bezugsdauer, d. h. der Arbeitsausfall ist auch erneut anzuzeigen. Die gesetzlichen Regelungen eröffnen dabei Gestaltungsmöglichkeiten für eine vollumfängliche Nutzung der Bezugsdauer.

 
Achtung

Bezugsdauer aktuell auf bis zu 21 Monate verlängert

Vor dem Hintergrund der derzeit außergewöhnlichen Krise am Arbeitsmarkt hat das BMAS die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes für besondere Fallgestaltungen durch Rechtsverordnung über 12 Monate hinaus auf bis zu 21 Monate verlängert. Ziel ist es, diejenigen Beschäftigten und Betriebe zu schützen, die schon länger vor Beginn der "Corona-Krise" in Kurzarbeit waren, d. h. bereits seit 2019 die Kurzarbeitergeldregelung in Anspruch genommen haben. Um zu verhindern, dass das Kurzarbeitergeld in diesen Fällen nach Ablauf von 12 Monaten im Laufe des Jahres 2020 – und damit mitten in der schwierigen Arbeitsmarktsituation – endet, wird die Bezugsdauer auf bis zu 21 Monate längstens bis zum 31.12.2020 verlängert.

Beispiel: Die Arbeitnehmer eines Betriebs befinden sich seit 1.7.2019 in Kurzarbeit. Grundsätzlich würde die Bezugsdauer damit am 30.6.2020 enden. Durch die Verordnung ist ein Bezug von Kurzarbeitergeld nunmehr bis zum 31.12.2020, d. h. im Beispielsfall für 18 Monate, möglich.

 
Praxis-Beispiel

Weiterer Bezug von Kurzarbeitergeld

Die Rechtsverordnung tritt rückwirkend zum 31.1.2020 in Kraft. Damit wird ab dem Monat April 2020 ein erneuter Bezug von Kurzarbeitergeld auch für Fälle ermöglicht, in denen die Bezugsdauer bereits mit Ablauf der Monate Januar, Februar oder März 2020 ausgeschöpft wurde. Eine rückwirkende Zahlung für die Monate Februar oder März (die bereits abgerechnet wurden) ist allerdings nicht möglich. Zum 31.12.2020 tritt die Verordnung wiederum außer Kraft.

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