Krankheitsbedingte Kündigung / 1.3 Krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit

Eine krankheitsbedingte Minderung der Leistungsfähigkeit ist grundsätzlich geeignet, eine ordentliche Kündigung aus personenbedingten Gründen sozial zu rechtfertigen. Es muss sich jedoch um eine erhebliche Einschränkung der Leistungsfähigkeit handeln. Eine solche hat das BAG bejaht bei einer Minderleistung von 2/3 der Normalleistung.[1] Gibt es im Rahmen der dem Arbeitnehmer auf der Grundlage des arbeitgeberseitigen Direktionsrechts zuzuweisenden Tätigkeiten noch Aufgaben bzw. Arbeitsplätze, auf denen sich die Leistungsminderung nicht oder in einem für den Arbeitgeber zumutbaren Umfang bemerkbar macht, hat der Arbeitgeber die Leistungsminderung hinzunehmen.[2]

Da die Kündigung letztes Mittel (Ultima Ratio) ist, muss gegebenenfalls vor Ausspruch zunächst eine leistungsbedingte Änderungskündigung ausgesprochen werden. Einer krankheitsbedingten Minderung der Leistungsfähigkeit bei älteren Arbeitnehmern muss der Arbeitgeber regelmäßig durch organisatorische Maßnahmen (z. B. Änderung des Arbeitsablaufs, menschengerechtere Gestaltung des Arbeitsplatzes, Umverteilung der Aufgaben) begegnen.[3]

Zusätzlich ist für eine ordentliche Kündigung erforderlich, dass dies zu einer unzumutbaren betrieblichen oder wirtschaftlichen Belastung führt.[4]

Zuletzt ist auch hier eine umfangreiche Interessenabwägung vorzunehmen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge