Kapitalabfindung und Kapita... / 3.4 Kapitalleistung wird bei noch fortdauernder Beschäftigung gezahlt

Gerade bei Direktversicherungen kann es vorkommen, dass wegen der im Versicherungsvertrag genannten Altersgrenze die Kapitalleistung schon fließt, der Versicherte aber noch weiter arbeitet. Auch in diesen Fällen beginnt die 10-Jahresfrist mit dem Ersten des auf die Auszahlung des Kapitalbetrags folgenden Monats. Soweit in dieser Zeit ein Beschäftigungsverhältnis ausgeübt wird, in dem der Versicherte mit seinem Arbeitsentgelt über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, fallen aus der Kapitalleistung zunächst keine Beiträge an. Die 10-Jahresfrist wird dadurch aber nicht in ihrem zeitlichen Verlauf verändert. Die Beitragspflicht wirkt in solchen Fällen erst dann, sobald der Versicherte die Arbeit, welche mit einem Entgelt über der Beitragsbemessungsgrenze verbunden ist, einstellt. Die Beitragspflicht endet stets mit regulärem Ablauf der o. g. 10-Jahresfrist.

 

Praxis-Beispiel

Kapitalleistung bei fortdauernder Beschäftigung

Herr A ist als Arbeitnehmer krankenversicherungspflichtiges Mitglied der Krankenkasse A. Sein monatliches Arbeitsentgelt überschreitet in jedem Monat die monatliche Beitragsbemessungsgrenze. Im Dezember 2016 erhält er eine Kapitalleistung in Höhe von 60.000 EUR. Vom 1.4.2019 an reduziert er seine Arbeitszeit. Sein monatliches Arbeitsentgelt beträgt dann gleichbleibend 4.200 EUR. Die Beschäftigung endet am 30.9.2019. Vom 1.10.2019 erhält er eine Vollrente wegen Alters in Höhe von 1.800 EUR monatlich und ist als Rentner krankenversicherungspflichtiges Mitglied der Krankenkasse A.

Ergebnis: Die Kapitalleistung ist grundsätzlich monatlich in Höhe von (1/120 von 60.000 EUR =) 500 EUR beitragspflichtig. Sie wird in dieser Höhe vom 1.1.2017 bis zum 31.12.2026 angesetzt. Da zunächst das Arbeitsentgelt aus der Beschäftigung bis zum 31.3.2019 allein die monatliche Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, sind bis zum diesem Zeitpunkt keine Beiträge aus dem Versorgungsbezug zu entrichten. Vom 1.4.2019 ist das monatliche Arbeitsentgelt in Höhe von 4.200 EUR voll beitragspflichtig. Da zusammen mit dem Versorgungsbezug die monatliche Beitragsbemessungsgrenze (2019: 4.537,50 EUR) überschritten wird, ist der Versorgungsbezug monatlich nur in Höhe von 337,50 EUR beitragspflichtig. Vom 1.10.2019 bis zum 31.12.2026 ist der Versorgungsbezug in voller Höhe beitragspflichtig.

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