Jugendarbeitsschutz: Arbeit... / 1.3 Schichtzeit

§ 12 JArbSchG begrenzt die tägliche Schichtzeit. Schichtzeit ist die tägliche Arbeitszeit einschließlich der Ruhepausen.[1] Die Regelung berücksichtigt die längeren Gesamtarbeitszeiten in bestimmten Branchen (Gastronomie sowie bei Montagetätigkeiten mit oftmals längeren Anfahrten) einerseits sowie den Schutz der Jugendlichen vor zu langen Pausen und der Sicherung ausreichender, ununterbrochener Freizeit andererseits.

§ 12 JArbSchG beschränkt die Schichtzeit auf 10 Stunden, im Bergbau unter Tage auf 8 Stunden, im Gaststättengewerbe, in der Landwirtschaft, in der Tierhaltung und auf Bau- und Montagestellen auf 11 Stunden. Zur Schichtzeit gehören:

  • die Arbeitszeit
  • Ruhepausen
  • sonstige Arbeitsunterbrechungen aus betrieblichen Gründen, z. B. infolge technischer Störung, fehlendem Arbeitsmaterial, oder
  • Betriebsschließungszeiten (z.  B. im Einzelhandel oder im Gaststättengewerbe)
  • Wegezeiten, soweit sie zur Arbeitszeit zuzurechnen sind.

Die Dauer der so bestimmten täglichen Schichtzeit darf die in § 12 JArbSchG bestimmten Höchstgrenzen (in der Regel 10 Stunden) nicht überschreiten.

 
Praxis-Beispiel

Arbeitszeitbeschränkungen bei Schichtarbeit

Beginn der Arbeitszeit 7 Uhr, von 7 Uhr bis 7.30 Uhr Anfahrt zur auswärtigen Baustelle, von 7.30 Uhr bis 11.30 Uhr Arbeit, von 11.30 Uhr bis 12.30 Uhr Pause, von 12 bis 17 Uhr Arbeitsunterbrechung wegen fehlenden Materials, ab 17 Uhr Fortsetzung der Arbeitstätigkeit. Der Jugendliche dürfte ab 17 Uhr nicht weiter beschäftigt werden, da die tägliche Schichtzeit von 10 Stunden erreicht ist. Infolge der betrieblichen Wegezeit von der auswärtigen Baustelle zurück zum Betrieb wäre jetzt schon eine halbstündige Schichtzeitüberschreitung eingetreten.

Bei Schichtzeiten an Berufsschultagen ist nach der Dauer des Berufsschulunterrichts zu unterscheiden.

Bei Berufsschulunterricht von mehr als 5 Unterrichtsstunden zu je 45 Minuten an einem Tag in der Woche im Sinne des § 9 Abs. 1 Ziff. 2 JArbSchG oder mindestens 25 Stunden an mindestens 5 Tagen gemäß § 9 Abs. 1 Ziff. 3 JArbSchG besteht am jeweiligen Berufsschultag bzw. in der jeweiligen Berufsschulwoche keine weitere Arbeitspflicht des Jugendlichen, sodass es auf die Schichtzeit nicht ankommt.[2]

An Berufsschultagen mit 5 oder weniger Unterrichtsstunden bzw. Berufsschulwochen mit weniger als 25 Unterrichtsstunden an weniger als 5 Tagen darf der Jugendliche grundsätzlich neben der Schulteilnahme beschäftigt werden. Die Unterrichtszeit ist nach § 9 Abs. 2 JArbSchG auf die Arbeitszeit anzurechnen und wird daher zur sonstigen Schichtzeit des § 12 JarbSchG hinzugerechnet. Dies gilt nicht für die Wegezeit von und zur Berufsschule.[3]

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