Jobticket / 2.7.5 Verzicht auf die Amortisationsprognose

Verzichtet der Arbeitgeber im Zeitpunkt der Hingabe der Fahrberechtigung auf die Amortisationsprognose, stellt die Überlassung der Fahrberechtigung zunächst in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Am Ende des Kalenderjahres der Gültigkeit der Fahrberechtigung sind allerdings die Kosten

  • für Einzelfahrscheine, die für Fahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit oder eine Familienheimfahrt pro Woche im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung angefallen wären und
  • für den regulären Verkaufspreis einer Fahrberechtigung für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet, die für den entsprechenden Gültigkeitszeitraum entstanden wären

als Korrekturbetrag beim steuerpflichtigen Arbeitslohn mindernd zu berücksichtigen.[1]

Hat die Fahrberechtigung eine Gültigkeit über den Jahreswechsel hinaus bzw. bei einer mehrjährigen Gültigkeitsdauer, ist der Korrekturbetrag zum Ende eines jeden Kalenderjahres sowie zum Ende des Gültigkeitszeitraums anhand der in dem jeweiligen Zeitraum durchgeführten Fahrten nach § 3 Nr. 13 oder Nr. 16 EStG sowie anhand des zeitanteiligen regulären Verkaufspreises einer Fahrberechtigung für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet[2], zu ermitteln. Auch bei dieser Berechnung hat die Steuerfreistellung für Reisekosten[3] Vorrang gegenüber der Steuerfreistellung als Jobticket[4].

 
Hinweis

Höchstanrechnung von Korrekturbeträgen

Die Summe der Korrekturbeträge kann insgesamt höchstens bis zum Betrag des steuerpflichtigen Arbeitslohns mindernd berücksichtigt werden.[5]

 
Praxis-Beispiel

Verzicht auf die Amortisationsberechnung

Der Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer eine BahnCard 100, die er zum Preis von 1.900 EUR erworben hat. Die Fahrberechtigung ist vom 1.10.01 bis 31.12.01 gültig. Eine Prognoseberechnung führt der Arbeitgeber nicht durch.

Ergebnis: Zum Ende des Kalenderjahres 01 der Fahrberechtigung ergibt sich für den Zeitraum 1.10.01 bis 31.12.01, dass die ersparten Kosten der Einzelfahrscheine für die Auswärtstätigkeit 500 EUR betragen. Der reguläre Preis der Jahresfahrkarte für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers beträgt für den Zeitraum 1.10.01 bis 31.12.01 anteilig:

3/12 von 1.600 EUR = 400 EUR

Da der Arbeitgeber keine Prognoseberechnung vornimmt, führt die Überlassung der BahnCard durch den Arbeitgeber an den Arbeitnehmer im Jahr 01 zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Zum Ende des Kalenderjahres 01 kann der Arbeitgeber beim steuerpflichtigen Arbeitslohn des Arbeitnehmers folgende Korrekturbeträge mindernd berücksichtigen.

 
Steuerpflichtiger Arbeitslohn 1.900 EUR
Korrekturbetrag für ersparte Kosten der Einzelfahrscheine für Auswärtstätigkeiten[6] 500 EUR
Korrekturbetrag für den anteiligen regulären Preis der Jahresfahrkarte (Wohnung – erste Tätigkeitsstätte)[7] 400 EUR

Der Arbeitgeber muss die steuerfreie Leistung i. H. v. 400 EUR in der Lohnsteuerbescheinigung 01 angeben.[8]

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