Jobticket / 1.7.4 Teilamortisation bei Berücksichtigung von Reisekosten und Jobticket

Einer differenzierteren Betrachtung bedürfen die Fälle, in denen die Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der Fahrberechtigung ergibt, dass die Kosten der Fahrberechtigung durch die genannten Einzelkomponenten nicht erreicht werden (prognostizierte Teilamortisation). Die Überlassung der Fahrberechtigung stellt in einem solchen Fall zunächst in voller Höhe steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Die Arbeitgeberleistung kann allerdings insoweit steuerfrei belassen werden, als die Voraussetzungen für eine Steuerfreistellung als Jobticket nach § 3 Nr. 15 EStG vorliegen. Im Übrigen ist die Fahrberechtigung als geldwerter Vorteil dem Lohnsteuerabzug zu unterwerfen.

Gleichwohl können die während der Gültigkeitsdauer der Fahrberechtigung durch deren tatsächliche Nutzung für Fahrten nach § 3 Nr. 13 oder Nr. 16 EStG ersparten Fahrtkosten dann zusätzlich monatsweise oder auch am Ende des Gültigkeitszeitraums als Korrekturbetrag den steuerpflichtigen Arbeitslohn mittels Verrechnung des dann feststehenden steuerfreien Reisekostenerstattungsanspruchs des Arbeitnehmers mindern.

Für die Höhe des Korrekturbetrags können aus Vereinfachungsgründen die ersparten Reisekosten für Einzelfahrscheine, die für die Fahrten nach § 3 Nr. 13 oder Nr. 16 EStG ohne Nutzung der Fahrberechtigung während deren Gültigkeitsdauer angefallen wären, begrenzt auf die Höhe der tatsächlichen Kosten der Fahrberechtigung, zugrunde gelegt werden. Die nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfreien Leistungen ändern sich dadurch nicht.

 

Praxis-Beispiel

Teilamortisation bei Berücksichtigung von Reisekosten und Jobticket

Der Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer eine BahnCard 100, die er zum Preis von 5.400 EUR erworben hat. Nach der Prognose des Arbeitgebers betragen die ersparten Kosten der Einzelfahrscheine für Auswärtstätigkeiten im Gültigkeitszeitraum 3.500 EUR. Der reguläre Preis der Jahresfahrkarte für die Strecke zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers hätte 1.600 EUR betragen. Tatsächlich ergeben sich im Laufe der Gültigkeitsdauer für dienstliche Fahrten des Arbeitnehmers ersparte Kosten der Einzelfahrscheine i. H. v. 5.000 EUR.

Ergebnis: Die Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der Fahrberechtigung zeigt Folgendes (prognostizierte Teilamortisation):

 
Ersparte Kosten für Einzelfahrscheine für steuerlich begünstigte dienstliche Fahrten 3.500 EUR
+ regulärer Verkaufspreis einer Fahrberechtigung (Wohnung – erste Tätigkeitsstätte) + 1.600 EUR
  = 5.100 EUR
< Kosten der BahnCard 100 < 5.400 EUR

Aufgrund dessen kann die Hingabe der BahnCard daher zunächst nur insoweit steuerfrei belassen werden, als die Voraussetzungen für eine Steuerfreistellung als Jobticket vorliegen. Allerdings kann der Arbeitgeber aber den steuerpflichtigen Arbeitslohn i. H. d. durch die tatsächliche Nutzung der BahnCard 100 für Auswärtstätigkeiten ersparten Kosten der Einzelfahrscheine monatsweise oder auch am Ende des Gültigkeitszeitraums mindern (mittels Verrechnung mit dem dann feststehenden steuerfreien Reisekostenerstattungs­anspruch des Arbeitnehmers). Danach ergibt sich neben den bereits als Jobticket steuerfrei belassenen Arbeitgeberleistungen noch eine steuerfreie Reisekostenerstattung.

 
Kosten der BahnCard 100 5.400 EUR
./. als Jobticket steuerfrei ./. 1.600 EUR
= steuerfreie Reisekostenerstattung = 3.800 EUR

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