Jobticket / 1.7.2 Vollamortisation alleine durch Reisekosten

Für den Fall, dass die Prognose zum Zeitpunkt der Hingabe der Fahrberechtigung ergibt, dass die Summe aus den ersparten Kosten für Einzelfahrscheine, die für Fahrten im Rahmen einer Auswärtstätigkeit oder eine Familienheimfahrt pro Woche im Rahmen der doppelten Haushaltsführung anfallen würden, die Kosten der Fahrberechtigung erreicht oder übersteigt (prognostizierte Vollamortisation ohne § 3 Nr. 15 EStG), stellt die Überlassung der Fahrberechtigung an den Arbeitnehmer keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Auf die darüber hinausgehenden Nutzungsmöglichkeiten kommt es dann nicht mehr an.

 

Praxis-Beispiel

Vollamortisation alleine durch Reisekosten

Der Arbeitgeber überlässt seinem Arbeitnehmer eine BahnCard 100, die er zum Preis von 4.400 EUR erworben hat. Nach der Prognose des Arbeitgebers betragen die ersparten Kosten der Einzelfahrscheine für Auswärtstätigkeiten im Gültigkeitszeitraum 4.500 EUR.

Ergebnis: Die ersparten Kosten für Einzelfahrscheine übersteigen die Kosten der BahnCard 100. Die Überlassung der Fahrberechtigung an den Arbeitnehmer stellt keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Der Anwendung der Steuerbefreiungsvorschrift des § 3 Nr. 15 EStG bedarf es im vorliegenden Fall nicht.

Tritt die prognostizierte Vollamortisierung aus unvorhersehbaren Gründen (z. B. Krankheit oder Verschiebung von Dienstreisen) nicht ein, ist keine Nachversteuerung vorzunehmen.

Ändern sich die der Prognose zugrunde liegenden Annahmen grundlegend (z. B. Wechsel vom Außendienst in den Innendienst), hat eine Korrektur und ggf. Nachversteuerung unter Berücksichtigung für den noch nicht abgelaufenen Gültigkeitszeitraum zu erfolgen.

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