Job- und Laufbahnmodelle

Zusammenfassung

 
Überblick

Die Summe aller Anforderungsprofile eines Unternehmens kann übersichtlich in einem Jobmodell zusammengefasst werden.

Ein Jobmodell zeigt alle Entwicklungswege zwischen den einzelnen Anforderungsprofilen innerhalb eines Unternehmens auf. Jedes Profil gehört zu einer Jobfamilie und einem Verantwortungs- bzw. Kompetenzlevel. Die Jobfamilien bilden die Hauptfunktionen der Kern- und unterstützenden Prozesse des Unternehmens ab.

1 Jobmodell

Wie Sie Anforderungsprofile erstellen, welche Informationen sie beinhalten und wie die entsprechenden Dokumente aufgebaut sind, ist ausführlich in Personalgewinnung, Punkt 2.2 Anforderungsprofile, beschrieben.

Damit ist das Jobmodell die Basis für grundlegende Personalentwicklungsprozesse eines Unternehmens.

 
Wichtig

Erstmalig Erarbeitung eines Jobmodells

Wenn Sie ein Jobmodell für Ihr Unternehmen neu er­stellen, sollten Sie unbedingt die Geschäftsleitung und weitere Schlüsselpersonen beteiligen. So stellen Sie von Anfang an sicher, dass Sie die richtigen Jobfamilien definieren und das Jobmodell als Instrument für die gemeinsame Personalarbeit im Unternehmen akzeptiert ist.

Folgende Leitfragen helfen bei der Erarbeitung des Jobmodells:

  • Welche Kern- und unterstützenden Prozesse benötigt das Unternehmen für seine Tätigkeit (heute und in Zukunft)?
  • Welche Hauptfunktionen bildet das aktuelle Organigramm des Unternehmens ab?

Die Antworten bilden die Grundlage für die Benennung der Jobfamilien. Am Ende sollten alle Beteiligten zustimmen, dass das erarbeitete Jobmodell Ihr Unternehmen in seinen Funktionen adäquat abbildet.

In jedem Jobmodell gibt es Jobfamilien, die sich aus betriebswirtschaftlichen Funktionen ergeben, wie z. B. Finanzen & Controlling, Marketing oder Vertrieb und solche, die sich aus der individuellen Branche und dem jeweiligen Geschäftsmodell ableiten, wie z. B. Logistik und Projektmanagement. Innerhalb jeder Jobfamilie gibt es verschiedene Verantwortungsstufen: von der Mitarbeiterebene bis hin zum Top-Management. Diese Verantwortungsstufen sind hinsichtlich ihrer Anforderung an Kompetenz und Erfahrung zwischen den Jobfamilien vergleichbar.

Funktionsmatrix

 
Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Vorteile des Jobmodells

Nutzen Sie das Instrument des Jobmodells auch, um zukünftig benötigte und geplante Funktionen abzubilden. Gerade in sehr dynamischen Organisationen kommen immer wieder neue Funktionen hinzu und/oder es fallen Funktionen weg. Daraus ergeben sich wiederum Anforderungen an Personalentwicklung und -gewinnung.

Ein weiterer Vorteil für Sie in der Personalfunktion: Sie behalten den Überblick und können mit dem Jobmodell schon sehr frühzeitig den Bedarf mit der Geschäftsleitung diskutieren, ohne dass z. B. das Organigramm des Unternehmens schon festgelegt sein muss!

2 Laufbahnmodelle

Mithilfe des Jobmodells werden weiterhin alternative Laufbahnmodelle und Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen deutlich. Immer mehr Unternehmen gehen dazu über, neben der klassischen "Führungslaufbahn" auch alternative Entwicklungsmöglichkeiten anzubieten und diese bei gleicher Verantwortungsstufe den Linien-Management-Positionen gleichzustellen.

Der Bedarf entsteht dann, wenn Ihr Unternehmen z. B. Experten und Fachleute benötigt, die sich im Verantwortungslevel weiterentwickeln, ohne dass mit wachsenden Aufgaben unbedingt disziplinarische Mitarbeiterverantwortung verbunden sein soll.

In der Vergangenheit konnte man häufig in Unternehmen nur über Linien-Management-Positionen Karriere machen, was leider oft zur Folge hatte, dass man ausgezeichnete Experten und Projektleiter verloren hat, entweder weil sie das Unternehmen verlassen haben oder in der neuen Funktion ihr Potenzial nicht ausschöpfen konnten.

Um hier den tatsächlichen Bedürfnissen der Unternehmen und denen der Mitarbeiter näher zu kommen, bietet sich die Arbeit mit einem Laufbahnmodell an, das üblicherweise zwei bis drei alternative Karrierewege unterscheidet:

  • Linien-Management
  • Fach-Management und
  • Projektmanagement

Laufbahnodell

 
Wichtig

Laufbahnmodell im Unternehmen verankern

Ein solches Laufbahnmodell muss von allen gelebt werden. Daher nutzt es nichts, wenn es nur theoretisch bei der Personalfunktion hinterlegt ist. Es sollte gemeinsam und interdisziplinär im Unternehmen erarbeitet und in seinen Konsequenzen diskutiert werden.

Die Anwendung eines Laufbahnmodells hat weitreichende Auswirkungen für alle Personalbereiche, angefangen bei der Personalgewinnung über die Personalentwicklung bis zum Vergütungsmodell.

Stellen Sie sich folgende Leitfragen bei der Erarbeitung des Laufbahnmodells:

  • Welche Management-Funktionen benötigt unser Unternehmen?
  • Unterscheiden sich diese hinsichtlich ihres Fokus (z. B. Mitarbeiterführung vs Projektleitung)?
  • Welche Verantwortungsstufen sind jeweils zu unterscheiden (z. B. gibt es Projektleitungsverantwortung, die mit der Verantwortung einer Abteilungsleitung vergleichbar ist)?
  • Wie unterscheiden sich die benötigten Kompetenzen in den Anforderungsprofilen dieser Funktionen?

Die Antworten bilden die Grundlage für die Ausarbeitung des Laufbahn...

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