Job-Angebot: "Nur für Arbeitnehmer im ersten Berufsjahr" verletzt Diskriminierungsverbot
 

Leitsatz

Arbeitgeber dürfen hausinterne Job-Angebote nur dann auf Arbeitnehmer im ersten Berufsjahr beschränken, wenn sie einen sehr guten Grund dafür haben. Können sie einen solchen nicht vorweisen, ist die Ausschreibung altersdiskriminierend.

 

Sachverhalt

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz zwingt Arbeitgeber dazu, Stellenausschreibungen möglichst neutral zu formulieren. Tun sie das nicht, droht ein Gerichtsverfahren wegen Diskriminierung. So war es auch im Fall eines Unternehmens, das ein internes Job-Angebot ausdrücklich nur an Arbeitnehmer im ersten Berufsjahr richtete. Als der Betriebsrat verlangte, diese Einschränkung aus den Ausschreibungen zu streichen, weigerte sich das Unternehmen. Es begründete den Text damit, dass das Personalbudget beschränkt sei und man sich deshalb auf die günstigeren Berufsanfänger fokussieren müsse. Das reichte dem BAG nicht als Grund, der eine Altersbeschränkung in einer Stellenanzeige rechtfertigen kann.

In einer Stellenanzeige ist eine Ausgrenzung von anderen Arbeitnehmern wegen des Alters nur gerechtfertigt, wenn der Arbeitgeber mit ihr ein rechtmäßiges Ziel verfolgt und sie zur Erreichung dieses Ziels angemessen und erforderlich ist. Da das Unternehmen auch keinen anderen gewichtigen Grund für die Altersbeschränkung vorweisen konnte, sahen die Gerichte in dem Job-Angebot einen groben Verstoß gegen die Pflicht zur diskriminierungsfreien Stellenausschreibung nach § 11 AGG.

 

Hinweis

Formulierungen in Stellenausschreibungen sollten möglichst allgemein gehalten werden und primär die erforderlichen Qualifikationen für die ausgeschriebene Stelle nennen. Je detaillierter die subjektiven Vorgaben in solchen Job-Angeboten sind, die ein Arbeitnehmer erfüllen soll, desto eher läuft ein Arbeitgeber Gefahr, sich wegen Diskriminierung verantworten zu müssen.

 

Link zur Entscheidung

BAG, Beschluss v. 18.8.2009, 1 ABR 47/08.

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