Rz. 5

Durch Satz 1 wird der Ausgleichsbedarf auf den Faktor 1,000 gesetzlich für die Zeit bis zum 30.6.2026 festgesetzt.

 

Rz. 6

Die Regelung des § 255g Satz 1 ist zunächst eine Konsequenz aus der Entwicklung des Ausgleichsbedarfs, der wiederum mit der Rentengarantie in § 68a im Zusammenhang steht. Die Schutzklausel des § 68a Abs. 1 Satz 1 und Satz 3 gibt eine Garantie gegen Rentenkürzungen (vgl. GRA der DRV zu § 68a SGB VI, Stand: 29.8.2011, Anm. 2). Die an und für sich notwendige Rentendämpfung, die durch die Rentengarantie nicht zum Zug kommt, wird durch den Ausgleichsbedarf kompensiert.

 

Rz. 7

§ 68a Abs. 1 Satz 2 enthält insoweit die Legaldefinition des Ausgleichsbedarfs und definiert diesen als die unterbliebene Minderungswirkung; nach dieser Regelung findet bei einer zuvor erfolgten Anhebung des aktuellen Rentenwertes auf das Vorjahresniveau aufgrund der Schutzklausel des § 68 Abs. 1 Satz 1 in den Folgejahren bei einem höheren aktuellen Rentenwert die Verrechnung statt (§ 68a Abs. 1 Satz 2). Die Abschmelzung des Ausgleichsbedarfs erfolgt nach § 68 Abs. 3, indem die Rentenanpassungen grundsätzlich halbiert werden.

 

Rz. 8

In der – auf der Verordnungsermächtigung nach § 69 Abs. 1 beruhenden – Rentenwertbestimmungsverordnung 2018 (v. 12.6.2018, BGBl. I S. 838) hat die Bundesregierung in § 3 (wiederholt gegenüber den Vorjahren) festgesetzt, dass der Ausgleichsbedarf ab dem 1.7.2018 1,0000 beträgt; nachdem letztlich mit der Rentenwertbestimmungsverordnung 2013 (v. 12.6.2013, BGBl. I S. 1574) letztmalig zum 1.7.2013 ein niedrigerer Ausgleichsbetrag von 0,9954 festgesetzt wurde; der Ausgleichsbetrag (Ost) wurde bereits ab 1.7.2013 auf 1,000 festgesetzt. Die Abschmelzung des Ausgleichsbedarfs in den alten Bundesländern wurde daher bereits zum 1.7.2014 abgeschlossen. Spätestens zum 30.6.2018 besteht daher nach § 68a Abs. 1 Satz 2 i.V.m Abs. 3 kein zu verrechnender Ausgleichsbedarf mehr.

 

Rz. 9

Der Ausgleichsbedarf und der Ausgleichsbedarf (Ost) ist seit 2010 wie folgt durch die jeweils gültige Rentenwertbestimmungsverordnung festgesetzt worden:

  • ab 1.7.2010 = 0,9619 und 0,9817 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2010 v. 25.6.2010, BGBl. I S. 816),
  • ab 1.7.2011 = 0,9715 und 0,9857 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2011 v. 6.6.2011, BGBl. I S. 1039),
  • ab 1.7.2012 = 0,9929 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2012 v. 21.6.2012, BGBl. I S. 1389),
  • ab 1.7.2013 = 0,9954 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2013 v. 12.6.2013, BGBl. I S. 1574),
  • ab 1.7.2014 = 1,0000 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2014 v. 16.6.2014, BGBl. I S. 746),
  • ab 1.7.2015 = 1,0000 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2015 v. 12.6.2015, BGBl. I S. 965),
  • ab 1.7.2016 = 1,0000 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2016 v. 20.6.2016, BGBl. I S. 1360),
  • ab 1.7.2017 = 1,0000 und 1,0000 (Ost) (Rentenwertbestimmungsverordnung 2017 v. 8.6.2017, BGBl. I S. 1522),
  • ab 1.7.2018 = 1,0000 (Rentenwertbestimmungsverordnung 2018 v. 12.6.2018, BGBl. I S. 838); ein Ausgleichsbedarf (Ost) war wegen der gesetzlichen Anordnung der aktuellen Rentenwerte (Ost) ab 1.7.2018 nach § 255a nicht mehr festzusetzen; die Verordnungsermächtigung hierzu nach § 255b in der ab 1.1.2018 gültigen Fassung sieht konsequenterweise hierzu keine Befugnis der BReg mehr vor.

Der Ausgleichsbedarf ist regelmäßig in § 3 der jeweiligen Rentenwertbestimmungsverordnung geregelt. Ab der Rentenwertbestimmungsverordnung 2019 wird in Konsequenz von § 255g Satz 2 kein Ausgleichsbedarf mehr ausgewiesen.

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