Jahreswechsel 2020/2021: Lo... / 6.2 Mobilitätsprämie alternativ zur Entfernungspauschale

Ab 2021 wird für Pendler, die aufgrund ihres geringen Einkommens keine (Lohn-)Steuer zahlen, die Möglichkeit geschaffen, alternativ zu den erhöhten Entfernungspauschalen ab dem 21. Entfernungskilometer eine sog. Mobilitätsprämie zu wählen. Sie beträgt 14 % der erhöhten Pauschale; das entspricht dem Eingangssteuersatz im Einkommensteuertarif. Hierdurch werden auch diejenigen entlastet, bei denen ein höherer Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug zu keiner entsprechenden steuerlichen Entlastung führt.

In die Bemessungsgrundlage der Mobilitätsprämie werden die vollen 0,35 EUR ab dem 21. Entfernungskilometer einbezogen und nicht nur der aktuelle Erhöhungsbetrag von 5 Cent. Eine Begünstigung ergibt sich für Arbeitnehmer sowohl bei den Werbungskosten als auch bei der Mobilitätsprämie allerdings nur, soweit sich die 0,35 EUR ab dem 21. Entfernungskilometer wegen Überschreitens des Arbeitnehmer-Pauschbetrags auch steuermindernd auswirkt bzw. ausgewirkt hätten.

 
Praxis-Beispiel

Mobilitätsprämie günstiger als Werbungskosten

Ein Arbeitnehmer fährt im Kalenderjahr 2021 an 150 Tagen von seiner Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte, die 40 km entfernt liegt. Weitere Werbungskosten hat er nicht, Lohnsteuer fällt aufgrund seines geringen Einkommens nicht an.

Ergebnis: Es ergibt sich folgende Entfernungspauschale:

 
150 Tage x 20 km x 0,30 EUR 900 EUR
150 Tage x 20 km x 0,35 EUR + 1.050 EUR
Gesamt 1.950 EUR

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR wird um 950 EUR überschritten. Diese Aufwendungen entfallen voll auf die erhöhte Entfernungspauschale ab dem 21. Entfernungskilometer. Die alternative Mobilitätsprämie beträgt 14 % von 950 EUR = 133 EUR.

Die Mobilitätsprämie kann durch Einkommensteuerbescheid festgesetzt werden. Eine Festsetzung erfolgt nur, wenn die Mobilitätsprämie mindestens 10 EUR beträgt. Bei Arbeitnehmern gilt der Antrag auf Mobilitätsprämie zugleich als ein Antrag auf Einkommensteuerveranlagung.[1]

[1] § 105 EStG i. d. F. des Jahressteuergesetzes 2020 (JStG 2020).

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