Jahreswechsel 2019/2020: Lo... / 2.5 Bewertungsabschlag von der ortsüblichen Miete ab 2020

Das Anknüpfen an den laufend dynamisierten Mietspiegel führt insbesondere bei niedrigen Bestandsmieten durch die stetig wachsenden Mieten zu zusätzlichen Steuerbelastungen für den Arbeitnehmer. Um hier Abhilfe zu schaffen, wird für Lohnzahlungszeiträume ab 1.1.2020 ein neuer Bewertungsabschlag bei Mitarbeiterwohnungen eingeführt, der bei der Ermittlung des örtlichen Mietwerts abzuziehen ist. Voraussetzung ist, dass die Nettokaltmiete für die Wohnung 25 EUR/m2 nicht übersteigt. Hier unterbleibt der Ansatz eines geldwerten Vorteils für eine dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zu eigenen Wohnzwecken überlassene Wohnung, soweit das vom Arbeitnehmer gezahlte Entgelt (tatsächlich erhobene Miete plus tatsächlich abgerechnete Nebenkosten) mind. 2/3 des ortsüblichen Mietwerts beträgt.

Ausgangsgröße für die Ermittlung des geldwerten Vorteils "Wohnungsüberlassung" sind ab 2020 2/3 des ortsüblichen Mietwerts. Zahlt der Arbeitnehmer weniger, wirkt der Abschlag von 1/3 wie ein Freibetrag. Lohnsteuerpflichtig ist nur noch die Differenz zwischen dem vom Arbeitnehmer tatsächlich gezahlten Mietentgelt und der nach Abzug des Bewertungsabschlags sich ergebenden Vergleichsmiete. Um die steuerlich begünstigte Vermietung von Luxuswohnungen auszuschließen, ist die auf 2/3 des ortsüblichen Mietwerts gekürzte Bemessungsgrundlage für Kaltmieten von mehr 25 EUR/m2 nicht anwendbar. Die gesetzlich festgelegte Mietobergrenze bezieht sich auf die ortsübliche Miete ohne Betriebskosten.

 

Praxis-Beispiel

Lohnsteuerlicher Mietvorteil bei Anwendung des Bewertungsabschlags

Der Arbeitnehmer bewohnt eine von seinem Arbeitgeber für 520 EUR überlassene 3-Zimmer-Wohnung. Die Nebenkosten für die 50m2-Wohnung betragen 260 EUR. Nach dem örtlichen Mietspiegel beträgt der niedrigste Wert der Mietpreisspanne für eine vergleichbare Wohnung 14 EUR/m2.

Ergebnis: Ab 2020 erhält der Arbeitnehmer für die Betriebswohnung einen Bewertungsabschlag, da der maßgebende Quadratmeterpreis 25 EUR nicht überschreitet. Der ortsübliche Mietwert beträgt 960 EUR (14 EUR x 50 m2, zzgl. 260 EUR Nebenkosten). Der Abschlag berechnet sich mit 320 EUR (= 1/3 von 960 EUR). Die für die Vorteilsbesteuerung maßgebende Vergleichsmiete beträgt demzufolge 640 EUR (960 EUR abzgl. Bewertungsabschlag). Da der Arbeitnehmer insgesamt 780 EUR bezahlt, entfällt ab 1.1.2020 die Versteuerung eines geldwerten Vorteils aus der vom Arbeitgeber überlassenen Wohnung.

Unbeachtlich für die Kürzung des ortsüblichen Mietwerts um den Bewertungsabschlag im vorigen Beispiel ist, ob die Wohnung im Eigentum des Arbeitgebers steht. Auch vom Arbeitgeber angemietete Wohnungen werden von der gesetzlichen Neuregelung erfasst, wenn sie dem Arbeitnehmer überlassen werden. Begünstigt ist nur die Überlassung einer Wohnung zu eigenen Wohnzwecken des Arbeitnehmers.

Für die Bewertung einer Unterkunft, die keine Wohnung ist, bleibt wie bisher der amtliche Sachbezugswert nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung maßgebend (2020: 235 EUR).

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