Instrumente und Maßnahmen d... / 1.3.1 Seminare

Seminare bilden einen Eckpfeiler im Rahmen der Personalentwicklung. Sie dienen dazu, bestimmte Kenntnisse (z. B. Fachwissen oder Mitarbeiterführung) in konzentrierter Form einer Zielgruppe (z. B. Spezialisten, Nachwuchskräfte, Führungskräfte) in einem begrenzten Zeitraum (i. d. R. 2 – 3 Tage) zu vermitteln oder Verhaltensweisen zu trainieren.

Seminare können innerbetrieblich (interne Seminare, In-house-Seminare) und außerbetrieblich (externe Seminare, überbetriebliche Seminare) durchgeführt werden. Die Entscheidung für intern oder extern kann grundsätzlich (z. B. alle Seminare im unternehmenseigenen Bildungszentrum; alle Führungsseminare in Seminarhotels), sinnvollerweise aber von Fall zu Fall getroffen werden. Betriebliche Seminare setzen wegen der Kosten und des Vorbereitungsaufwands eine bestimmte Teilnehmerzahl mit gleichem Fortbildungsbedarf voraus.

Sollen nur einzelne oder wenige Teilnehmer weitergebildet werden, ist oft die Entsendung zu überbetrieblichen Seminaren sinnvoll.

Ein erheblicher Vorteil innerbetrieblicher Seminare ist, dass diese möglichst exakt auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten werden können und dass ihre Ergebnisse meist ohne weitere Zwischenschritte in die Unternehmenspraxis übertragen werden können – vorausgesetzt, es besteht der Wille und das Durchsetzungsvermögen für Veränderungen.

Der Besuch von externen Seminaren durch einzelne Mitarbeiter hat meist keine große Tiefen- oder Breitenwirkung im Unternehmen, weil es den Seminarteilnehmern nur selten gelingt, das Gelernte in einem unveränderten Umfeld umzusetzen. Oft fallen sie nach kurzer Zeit vergeblichen Bemühens zurück in die alten Arbeits- und Verhaltensweisen. Die Trägheit und das Beharrungsvermögen gewachsener Strukturen erweist sich in der Regel als stärker.

Die Teilnahme Einzelner an überbetrieblichen Seminaren kann dennoch einige Vorteile haben: Die Teilnehmer lernen von anderen (überbetrieblicher Erfahrungsaustausch). Auch können sie neue Verhaltensweisen unter Fremden unverkrampfter üben als unter Kollegen aus dem eigenen Unternehmen.

Die Entscheidung für interne oder externe Seminare erfolgt unter verschiedenen Gesichtspunkten. Die wichtigsten Kriterien sind der Lernerfolg, der Zeitbedarf und die Kosten, aber auch die Voraussetzungen im Unternehmen wie eigenes Bildungszentrum (am Ort oder an anderer Stelle), geeignete Räumlichkeiten im Unternehmen, keine Störungen durch den Betriebsablauf. Seminare eignen sich insbesondere für das Training von Verhalten (Mitarbeiterführung, Verkaufsverhalten, Kommunikation und Interaktion). Hier können die Teilnehmer ihre Wirkung auf andere erfahren (durch Selbstbeobachtung und vor allem durch Feedback). Weitere positive Nebeneffekte vor allem betrieblicher Seminare sind der Erfahrungsaustausch und die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls (Corpsgeist).

Für reine Wissensvermittlung gibt es kostengünstigere und vor allem individuellere Verfahren, zum Beispiel E-Learnings Webinare, WBT's.

Die Frage – interne oder externe Trainer/Referenten – ist am besten nach folgenden Kriterien zu entscheiden:

  • Wer hat das notwendige Know-how und wer kann dieses der Zielgruppe am besten vermitteln? (Fachwissen und didaktische Fähigkeiten)
  • Wer hat bei den Teilnehmern die größte Akzeptanz? (Gilt um so mehr, je höher die Teilnehmer in der Hierarchie angesiedelt sind). Spielt auch bei heiklen oder persönlichen Themen eine Rolle
  • Womit wird das günstigste Ergebnis erzielt? (Kosten/Aufwand – Nutzen) Bei diesen Überlegungen ist zu berücksichtigen, dass die Teilnehmer oft der größte Kostenblock sind (Tagessatz je Teilnehmer)
  • Wer kann die Umsetzung des Gelernten am besten gewährleisten? (Externe Trainer oder Berater ziehen nach den Veranstaltungen weiter und haben keinen Einfluss auf die Umsetzung)
 

Praxis-Tipp

Modularisierung

Teilen Sie mehrtägige Seminare in Module von jeweils einem Tag mit Praxisintervallen von 2 – 4 Wochen auf (z. B. statt eines einwöchigen Seminars 5 Module von je einem Tag und Intervallen von einem Monat).

Der Ablauf ist dann so:

1. Tag Einführung, Grundlagen, "Hausaufgaben" für die Praxisphase Intervall – Praxisphase: Umsetzen des im Seminar Gelernten

2. Tag Erfahrungsaustausch, weiterer Lernstoff, Hausaufgaben Intervall – Praxisphase: Umsetzen des Gelernten

3. + 4. Tag Seminarmodule und Praxisphasen wie bisher

5. Tag Zusammenfassender Erfahrungsaustausch, weiterer Lernstoff, Verpflichtung/Verabredung für weiteres Umsetzen in der Praxis

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