Innere Kündigung / 4 So erkennen Sie die innere Kündigung

Für Führungskräfte ist es wichtig, bereits erste Signale einer inneren Kündigung zu erkennen, um frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Obwohl über eine innere Kündigung nicht gesprochen wird, gibt es dennoch einige Merkmale, durch welche sich innere Emigranten von solchen Mitarbeitern unterscheiden, die sich mit ihrer Arbeit identifizieren. Fehlende Eigeninitiative, geringe Produktivität, Dienst nach Vorschrift, häufige Fehlzeiten, eine zunehmende soziale Desintegration oder eine steigende Zahl von Beschwerden von Kollegen und Kunden können Hinweise auf einen inneren Abschied sein. Die wichtigsten Hinweise sind in Übersicht 2 zusammengefasst. Dabei können Symptome unterschieden werden, die mehr auf die Organisation zurückzuführen sind und Symptome, die eher am Verhalten und Auftreten des betreffenden Mitarbeiter zu beobachten sind.

 
Wichtig

Gespräch führen

Alle in Übersicht 2 genannten Verhaltensweisen können auch andere Ursachen als eine innere Kündigung haben. Sie sollten aber immer Anlass sein, ein Gespräch über die jeweilige Beobachtung zu führen.

 

Symptome für eine innere Kündigung

Symptome, die primär die Organisation betreffen

  • Häufige oder überdurchschnittlich lange krankheitsbedingte Fehlzeiten (Rückgang der körperlichen und geistigen Belastbarkeit)
  • Arbeiten nach Vorschrift (strenge Einhaltung der Regelarbeitszeit; keine Bereitschaft zu Überstunden oder zur Vertretung anderer Mitarbeiter)
  • Nachlassendes oder fehlendes Engagement
  • Keine Eigeninitiative
  • Kein Interesse an den eigenen Arbeitsergebnissen oder dem Geschehen in der eigenen Arbeitsgruppe
  • Mangelnde Arbeitsqualität, geringe Arbeitsquantität
  • Unterlaufen der Anordnungen des Vorgesetzten
  • Keine Beteiligung an Verbesserungsvorschlägen, kein Interesse an Änderungen der Arbeitsstrukturen und -abläufe; keine Wortmeldungen bei Arbeitsbesprechungen
  • Distanzierter Umgang mit Kollegen, Vorgesetzten und externen Personen
  • Keine Bereitschaft zur Kooperation
  • Fehlende Hilfsbereitschaft gegenüber Kollegen
  • Ständige Berufung auf Unzulänglichkeiten des Arbeitgebers; Widerspruch aus Prinzip
  • Nachlässiger Umgang mit Arbeitgebereigentum
  • Private Telefonate, privates Surfen im Internet, exzessive Pausen
  • Keine unbezahlte Arbeitszeit (keine Teilnahme an Besprechungen außerhalb der Arbeitszeit oder betrieblichen Abendveranstaltungen)
  • Gleichgültigkeit bei Beschwerden
  • Kommentarlose Hinnahme von Kritik
  • Zunehmende Beschwerden von Kollegen oder anderen Personen

Symptome, die sich am Auftreten und Verhalten innerlich emigrierter Mitarbeiter zeigen

  • Verstärkte soziale Desintegration (Abblocken formeller und informeller Kontakte; dafür Ausbau außerbetrieblicher sozialer Aktivitäten)
  • Das Auftreten (Haltung, Blick) wirkt kraftlos, humorlos und frustriert oder das Gegenteil: übereifriges Auftreten, um den Schein zu wahren
  • Kein Interesse an irgendeiner Form von sachlicher Auseinandersetzung mit der Führungskraft, Ja-Sager ohne eigene Meinung
  • Pessimistische Äußerungen gegenüber Dritten über die Zukunft des Unternehmens
  • Kein Interesse an Weiterbildungsmaßnahmen
  • Verzicht auf karrierefördernde Herausforderungen
  • Klage über Intrigen, Mobbing
  • Burnout
  • Boreout

Übersicht 2: Symptome für eine innere Kündigung

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