Infektionsschutzgesetz / 10.1 Freiwillig krankenversicherte Arbeitnehmer

Bei Arbeitnehmern, die wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze krankenversicherungsfrei sind, ergeben sich weder durch den Bezug einer

  • Entschädigung nach § 56 Abs. 1 IfSG (Ausscheider, Ansteckungsverdächtige u. a.) noch
  • Entschädigung nach § 56 Abs. 1a IfSG (Schließung von Einrichtungen zur Kinderbetreuung und Schulen)

keine versicherungsrechtlichen Änderungen. Der Status der Krankenversicherungsfreiheit bleibt ebenso wie die freiwillige Versicherung unverändert bestehen.

10.1.1 Ausscheider, Ansteckungsverdächtige u. a.

Arbeitnehmer erhalten ihre Entschädigungsleistung für die Dauer von 6 Wochen in Höhe des Verdienstausfalls. Daraus ergibt sich, dass für diese Zeit – unverändert – der Höchstbeitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung zu entrichten ist. Allerdings besteht in dieser Zeit kein Anspruch auf Beitragszuschuss gegen den Arbeitgeber. Freiwillig versicherten Arbeitnehmern werden die von ihnen getragenen Beiträge durch die Entschädigungsbehörde erstattet.

 
Hinweis

Firmenzahlerverfahren

Werden die Krankenversicherungsbeiträge im sog. Firmenzahlerverfahren entrichtet, werden die Höchstbeiträge – weiterhin – vom Arbeitgeber gezahlt. Ein Anspruch auf Beitragszuschuss besteht jedoch nicht und Beitragsanteile des Arbeitnehmers dürfen nicht einbehalten werden. Auf Antrag des Arbeitgebers werden seine Arbeitgeberbeitragsanteile von der Entschädigungsbehörde erstattet.

10.1.2 Schließung von Einrichtungen zur Kinderbetreuung und Schulen

Arbeitnehmer erhalten eine Entschädigung für die Dauer von max. 10 Wochen in Höhe von 67 % des Nettoeinkommens. Bemessungsgrundlage der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sind – auf Antrag des Arbeitnehmers – 80 % der Beitragsbemessungsgrenze.[1] Wenn die Entschädigungszahlung während der Dauer der Schulferien unterbrochen wird, wird für diese Zeit die Mindestbemessungsgrundlage für die Beitragsberechnung angesetzt.[2]

 
Hinweis

Firmenzahlerverfahren

Werden die Beiträge während der Schließung von Einrichtungen zur Kinderbetreuung und Schulen im sog. Firmenzahlerverfahren entrichtet, haben die Arbeitgeber die Beitragshöhe – orientiert am Selbstzahlerverfahren – selbst zu ermitteln. Kann das Firmenzahlerverfahren für die Dauer der Schulferien nicht durchgeführt werden, haben die Krankenkassen die Beiträge direkt vom Mitglied zu erheben.

[1] 2021: 3.870 EUR (2020: 3.750 EUR).
[2] 2021: 1.096,67 EUR (2020: 1.061,67 EUR).

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