Gutscheine / 6 Zuflusszeitpunkt bei Gutscheinen

6.1 Einlösung beim Arbeitgeber

Ist der Gutschein beim Arbeitgeber einzulösen, fließt Arbeitslohn erst bei Einlösung des Gutscheins zu.

6.2 Einlösung bei Dritten

Bei Abgabe eines Warengutscheins, der bei einem Dritten einzulösen ist, fließt der Arbeitslohn dem Arbeitnehmer mit der Gutscheinhingabe zu, weil der Arbeitnehmer ab diesem Zeitpunkt einen nicht entziehbaren Rechtsanspruch gegenüber dem Dritten erwirbt.

Die Bewertung des Gutscheins ist ebenfalls nach den Verhältnissen zu diesem Zeitpunkt vorzunehmen. Wie sich die Wertverhältnisse bis zu seiner Einlösung entwickeln, ist für den Lohnsteuerabzug ohne Bedeutung.

 

Praxis-Beispiel

Zufluss von Tankgutscheinen bereits mit Hingabe

Ein Arbeitgeber gewährt seinen Mitarbeitern monatliche Tankgutscheine im Wert von 44 EUR, die aufgrund einer Rahmenvereinbarung bei der Tankstelle A einzulösen sind. Diese rechnet monatlich unter Vorlage der eingereichten Gutscheine direkt mit dem Arbeitgeber ab. Im Lohnkonto der einzelnen Arbeitnehmer werden die eingelösten Gutscheine abgelegt. Aufgrund der Abrechnung der Tankstelle ergibt sich, dass der Arbeitnehmer A die Tankgutscheine März und April erst im Mai eingelöst hat.

Ergebnis: Maßgebend für den Lohnzufluss ist die Gutscheinhingabe durch den Arbeitgeber. Der Sachbezug "Kraftstoff" ist zu diesem Zeitpunkt mit dem aufgedruckten Gutscheinwert zu erfassen ist. Die für März und April ausgegebenen Tankgutscheine bleiben deshalb auch beim Arbeitnehmer A im Rahmen der 44-EUR-Grenze steuerfrei. Auf die gemeinsame Einlösung bei der Tankstelle kommt es nicht an.

 

Wichtig

Kein Sachlohn bei zweckgebundenen Geldleistungen ab 2020

Während ein Sachbezug bei Gutscheinen und Geldkarten weiterhin vorliegt, wenn diese ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und die Kriterien des § 2 Abs. 1 Nr. 10 des ZAG erfüllen, zählen ab 2020 zweckgebundene Geldleistungen und nachträgliche Kostenerstattungen zu den Lohnbezügen in Geld. Die Anwendung der 44-EUR-Freigrenze ist bei dieser Verfahrensweise auch bei arbeitsrechtlicher Zusage von Waren und Dienstleistungen ausgeschlossen. Dasselbe dürfte für sog. Prepaidkreditkarten gelten, bei denen eine uneingeschränkte Zahlungsmöglichkeit in Einkaufsgeschäften möglich ist.

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