Gruppenunfallversicherung / Sozialversicherung

1 Zuordnung der Beiträge zum Arbeitsentgelt

Beiträge des Arbeitgebers für eine Unfallversicherung des Arbeitnehmers sind grundsätzlich beitragspflichtig. Allerdings ist bei der sozialversicherungsrechtlichen Beurteilung der Arbeitgeberbeiträge für eine Gruppenunfallversicherung danach zu differenzieren, ob aufgrund des Versicherungsvertrags der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer anspruchsberechtigt ist.

2 Anspruchsberechtigung regelt Beitragspflicht

Sofern ausschließlich dem Arbeitgeber die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zustehen, liegt im Zeitpunkt der Beitragsleistung durch den Arbeitgeber kein beitragspflichtiges Arbeitsentgelt vor.

Kann der Arbeitnehmer dagegen die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag gegen den Versicherer selbst geltend machen, stellen die Beitragsleistungen des Arbeitgebers beitragspflichtiges Arbeitsentgelt dar.

2.1 Pauschale Versteuerung führt zur Beitragsfreiheit

Die Beitragsleistungen des Arbeitgebers für eine Gruppenunfallversicherung können pauschal versteuert werden. Die Beiträge sind dann kein Arbeitsentgelt.[1] Eine Hinzurechnung der Beitragsleistungen des Arbeitgebers zum Arbeitsentgelt unterbleibt allerdings nur dann, wenn der Teilbetrag 62 EUR im Kalenderjahr nicht übersteigt. Der Gesamtbeitrag des Arbeitgebers muss – nach Abzug der Versicherungssteuer – auf die Zahl der begünstigten Arbeitnehmer aufgeteilt werden.

2.2 Beitragspflicht im Leistungsfall

Die Anspruchsberechtigung[1] regelt nicht nur die Beitragspflicht zum Zeitpunkt der Beitragsleistung, sondern auch dann, wenn der Leistungsfall eingetreten ist. Dass bedeutet zunächst, dass keine Beitragspflicht entsteht, wenn die Beitragspflicht bereits im Zeitpunkt der Beitragszahlung vorlag (Arbeitgeber stehen die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zu).

Wurden im Zeitpunkt der Beitragszahlung bisher keine Beiträge gezahlt, weil ausschließlich dem Arbeitgeber die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zustehen, entsteht die Beitragspflicht zum Zeitpunkt der Leistungsgewährung. Beitragspflichtig sind dann allerdings nicht die Versicherungsleistungen, sondern – wie im Steuerrecht – sämtliche vom Arbeitgeber bis zum Zeitpunkt der ersten Leistungserbringung für den Arbeitnehmer entrichteten Beiträge. Die Beitragspflicht ist allerdings begrenzt auf die Höhe der Versicherungsleistungen.

 
Praxis-Beispiel

Beitragspflicht im Leistungsfall

Arbeitgeber zahlt für seinen Arbeitnehmer seit 3 Jahren Beiträge zur Unfallversicherung i. H. v. 70 EUR jährlich. Eine Beitragspflicht der Beiträge entstand nicht, weil dem Arbeitgeber die Rechte aus dem Versicherungsvertrag zustehen. Aufgrund eines Arbeitsunfalls zahlt der Versicherer eine Leistung i. H. v. 40.000 EUR an den Arbeitgeber, die dieser an den Arbeitnehmer weiterleitet.

Beitragspflichtig sind (70 EUR x 3 Jahre) = 210 EUR

[1]

S. Abschn. 2

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