Grundlagen der Lohnsteuerer... / 4.4 Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge

Der Lohnsteuertarif ist aus dem Einkommensteuertarif abgeleitet. Wesentlicher Unterschied ist die Berücksichtigung gesetzlicher Frei- und Pauschbeträge. Folgende Frei- bzw. Pauschbeträge sind bereits im Lohnsteuertarif bzw. den Lohnsteuertabellen berücksichtigt:

  • Grundfreibetrag (steuerfreies Existenzminimum) i. H. v. 9.744 EUR (2020: 9.408 EUR) für Alleinstehende bzw. 19.488 EUR (2020: 18.816 EUR) für Verheiratete bzw. Lebenspartner,
  • Arbeitnehmer-Pauschbetrag i. H. v. 1.000 EUR,
  • Sonderausgaben-Pauschbetrag i. H. v. 36 EUR bzw. 72 EUR,
  • Vorsorgepauschale (abhängig vom individuellen Arbeitslohn, der Rentenversicherungspflicht sowie der Zugehörigkeit zur gesetzlichen oder privaten Kranken- und Pflegeversicherung des Arbeitnehmers)[1],
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von 1.908 EUR und 240 EUR für jedes weitere Kind. Für die Jahre 2020 und 2021 wird für Alleinerziehende ein Erhöhungsbetrag i. H. v. 2.100 EUR gewährt, der als Freibetrag ausgestaltet ist und regelmäßig ebenfalls automatisch gewährt wird.
 
Hinweis

Kinderfreibeträge haben keinen Einfluss auf den Lohnsteuerabzug

Das Lohnsteuerabzugsmerkmal "Kinderzahl" hat keinen Einfluss auf die Höhe der Lohnsteuer. Wegen der Zahlung von Kindergeld wird der Kinderfreibetrag bei der Berechnung der Lohnsteuer nicht berücksichtigt. "Kinder" wirken sich aber bei der Ermittlung von Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer aus.

 
Praxis-Tipp

Weitgehender Wegfall des Solidaritätszuschlags

Bemessungsgrundlage für die Erhebung des 5,5 %igen Solidaritätszuschlags beim Abzug vom Arbeitslohn ist die jeweilige Lohnsteuer. Der Solidaritätszuschlag wird aber erst ab einer bestimmten Bemessungsgrundlage erhoben. Ab 2021 erfolgt eine Anhebung dieser automatisch in den Lohnprogrammen berücksichtigten Lohnsteuer-Grenzbeträge:

  • in der Steuerklasse III auf 33.912 EUR im Jahr,
  • in allen übrigen Fällen auf 16.956 EUR im Jahr.

Bei Jahreslohnsteuern unterhalb dieser Grenzen fällt ab 2021 kein Solidaritätszuschlag mehr an.[2]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge