Gestaltung eines Gesamtverg... / 6.5.1 Chancen durch Arbeitszeitkonten

Bei Unternehmen stößt man immer noch auf die weit verbreitete Meinung, dass Arbeitszeitkonten lediglich ein Instrument zur kurzfristigen Ansammlung von Überstunden darstellen, wobei die Sorge um die Missbrauchsmöglichkeit in Form unnötiger Verursachung von Überstunden gleich mit anklingt. Arbeitszeitkonten bieten dem Unternehmen aber ein erhebliches Potential zur Gestaltung attraktiver Vergütungssysteme, und reichen über das reine Ansammeln von Überstunden weit hinaus. Nicht ohne Grund nutzen Großunternehmen (u.a. Volkswagen, BMW, Deutsche Bank, Telekom) bereits seit geraumer Zeit Arbeitszeitkontenmodelle. Neuerdings finden Arbeitszeitkontenregelungen auch Eingang in die Tarifverträge[1].

Während Kurzzeitkonten lediglich der kurzfristigen Glättung von Arbeitsspitzen dienen, bieten Langzeit- oder gar Lebensarbeitszeitkonten enormes Potential und Gestaltungsspielräume zur Weiterentwicklung von Vergütungssystemen.

Häufig wird von Arbeitnehmern die Auszahlung von Überstunden oder zusätzlichen Vergütungsbestandteilen als wenig attraktiv empfunden, da durch Lohnsteuer und Sozialabgaben der Auszahlungsbetrag, bei entsprechend ungünstiger individueller Konstellation durchaus weniger als 50 % des Bruttoentgeltes betragen kann. Arbeitszeitkonten können dazu beitragen, die Bereitschaft der Belegschaft zu Mehrarbeit zu erhöhen bzw. die Akzeptanz der oben beschriebenen Vergütungsbausteine zu steigern, da die Arbeitnehmer in die Lage versetzt werden, die Auszahlung der Guthaben der Arbeitszeitkonten im Einvernehmen mit dem Arbeitgeber selbst zu steuern und auf die Guthaben attraktive Renditen zu erzielen.

[1] Z.B. Metalltarif Norddeutschland.

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