Gestaltung eines Gesamtverg... / 5.3 Stock Appreciation Rights

Bei der Ausgabe von Stock Appreciation Rights (SAR) wird ähnlich wie bei einem Stock Option Plan vorgegangen. Der Unterschied besteht darin, dass der Mitarbeiter keine Möglichkeit hat, bei der Ausübung der SAR's tatsächlich Aktien seines Unternehmens zu erwerben und dadurch Aktionär zu werden. Deshalb werden die SAR's auch oft als "Phantom Stocks" bzw. Phantom-Aktien oder "Shadow Stocks" bezeichnet. Letztlich sind sie rein virtuelle Aktien.

Es erfolgt lediglich eine Auszahlung des Gewinns, der sich wie beim Stock Option Plan aus der Differenz zwischen dem Basiskurs, also dem Kurs, zu dem der Mitarbeiter virtuell Aktien kaufen kann und dem aktuellen Kurs am Tag der Ausübung errechnet. Dabei werden aber tatsächlich keine Aktien transferiert.

Festlegungen bei der Ausgabe von Stock Appreciation Rights:
Eine gesetzliche Regelung wie beim Stock Option Plan gilt hier nicht. Trotzdem sollten folgende Punkte unbedingt geregelt werden:

  • Wer sind die Beteiligten?
  • Wie hoch ist das Volumen des Programms?
  • Wie ist der Basiskurs definiert? Grundlage kann der Durchschnittskurs von mehreren Tagen vor der Ausgabe der Optionen sein oder der Kurs am Tag der Ausgabe der Optionen, möglicherweise mit einem Aufschlag oder Abschlag.
  • An welche Ziele soll die Ausübung der SAR's geknüpft werden? Beispiele für mögliche Ziele sind die Messung des Aktienkurses an einem Referenzindex oder die absolute Steigerung des Aktienkurses. Auch Unternehmensziele (z. B. betriebliche Kennzahlen) oder sogar die Erfüllung persönlicher Ziele können als Ausübungshürde angesetzt werden. SAR's können, müssen aber nicht an Ziele geknüpft werden. Eine rechtliche Vorschrift wie beim Stock Option Plan gibt es nicht.
  • Wie lange ist die Wartefrist, in der nicht ausgeübt werden kann, wie lange kann ausgeübt werden (Ausübungszeitraum) und wie viele der SAR's können wann ausgeübt werden?
  • Wie lange ist die Laufzeit insgesamt?
  • Was passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen verlässt, wenn er in den Ruhestand geht oder bei Todesfall?

Versteuerung:
Eine Versteuerung der Optionen erfolgt zusammen mit dem Gehalt zu dem Zeitpunkt, zu dem der Mitarbeiter den Gewinn erhält.

Bewertung:
Mitarbeiter können, da sie bei der Ausübung keine Aktien erwerben können, auch nicht zu Aktionären werden. Sie werden lediglich am Erfolg des Unternehmens beteiligt.

Das Modell eignet sich vor allem für Unternehmen mit hoher Liquidität und hohem zu versteuernden Gewinn. Damit die Personalkosten nicht völlig aus dem Rahmen fallen, ist es sinnvoll, eine Begrenzung des Gewinns zu verein­baren.

Die Administration von SAR's ist wesentlich weniger aufwändig als beim Stock Option Plan, da keine Abwicklung über eine Bank bzw. die Einrichtung von Depots erforderlich ist.

Da Aufsichtsräte nicht an Stock Option Plänen beteiligt werden dürfen, kann die Ausgabe von SAR's hier eine Alternative sein. Eine Genehmigung durch die Hauptversammlung ist nicht notwendig.

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