Gestaltung eines Gesamtverg... / 5.2 Stock Options

In den USA werden Stock Option Pläne schon seit längerem und häufig angewendet. In Deutschland wurde dies erst durch eine Gesetzesänderung zum 1. Mai 1998 möglich. Stock Option Pläne werden meist eingeführt, um die Interessen der Shareholder mit denen des Managements und der übrigen Mitarbeiter des Unternehmens, soweit diese eingebunden sind, in Einklang zu bringen. Darüber hinaus ist es eine gute Möglichkeit, die Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens zu beteiligen und dadurch zu motivieren.

Die Mitarbeiter eines Unternehmens erhalten das Recht, nach Ablauf einer bestimmten Frist unter bestimmten Voraussetzungen Optionen, die sie von ihrem Unternehmen erhalten haben, auszuüben und zu einem festgelegten Kurs (Basiskurs) Aktien des Unternehmens zu erwerben. Der Gewinn des Mitarbeiters ist, soweit er keine Eigeninvestition für den Erhalt der Optionen tätigen musste, die Differenz zwischen dem Kurs am Tag der Ausübung und dem Basiskurs, zu dem er die Aktien erwerben darf, multipliziert mit der Anzahl seiner Optionen. Voraussetzung für die Ausübung ist in der Regel das Erreichen einer Hürde, wie z. B. eine Erhöhung des Kurses um eine bestimmte Prozentzahl oder auch die Messung an einem Marktindex.

Die Schaffung der Aktien, zu der das Unternehmen bei Ausübung der Optionen verpflichtet ist, kann entweder durch eine Kapitalerhöhung aus bedingtem Kapital, durch eine genehmigte Kapitalerhöhung oder durch den Erwerb eigener Aktien erfolgen. Letzteres ist allerdings mit einer hohen Liquiditätsbelastung des Unternehmens verbunden. Bei einer Kapitalerhöhung besteht die Gefahr einer Verwässerung für die Alt-Aktionäre. Die Hauptversammlung muss die Ausgabe der Aktienoptionen genehmigen.

Eine Versteuerung erfolgt beim Arbeitnehmer nach momentaner Rechtsprechung erst bei der Ausübung – außer die Optionen sind verkehrsfähig. Der Mitarbeiter muss einen geldwerten Vorteil in Höhe der Differenz zwischen dem Kurs, zu dem er die Aktien erwerben kann und dem aktuellen Kurs bei der Ausübung versteuern.

 

Hinweis

Arbeitgeberpflichten

Der Arbeitgeber ist zur Einbehaltung und Abführung dieses Betrags an das Finanzamt verpflichtet!

Bei einem Verkauf der durch Ausübung erworbenen Aktien innerhalb von zwölf Monaten müssen Spekulationsgewinne versteuert werden.

Wichtig ist außerdem eine umfassende Information der Beteiligten über die Details des Planes aber auch über Punkte wie z. B. die steuerlichen Auswirkungen des Planes auf den Einzelnen.

Die Administration des Stock Option Plans (welche Bank etc.) sollte frühzeitig festgelegt werden. Der Aufwand für die Administration sollte auf keinen Fall unterschätzt werden.

Die Hauptversammlung kann den Stock Option Plan anfechten, wenn z. B. die Erfolgsziele nicht hoch genug sind. Dies ist in der Vergangenheit bereits öfter geschehen.

Bewertung:
Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind im Moment teilweise noch relativ unklar, es herrscht ein hohes Maß an Unsicherheit. Grundsätzlich sind Stock Options eine gute Möglichkeit, den Mitarbeiter am Unternehmenserfolg teilhaben zu lassen.

Als "add on" zum Jahreszielgehalt ist das Modell mit wenig Risiko für den Mitarbeiter behaftet, da das maximale Risiko im Verfall der Optionen liegt (Ausnahme: Modelle, die mit Kapitaleinsatz verbunden sind).

Bilden Stock Options Gehaltsbestandteile, wie es oft in der New Economy der Fall war, besteht ein hohes Risiko. Daher ist es sinnvoll, Aktienoptionen als Ergänzung des Vergütungssystems zu sehen und nicht als einen Hauptbestandteil.

Trend:
Der schlechten Marktsituation und dem teilweise rapiden Verfall der Aktienkurse ist es kaum mehr möglich, neue Mitarbeiter mit diesem Instrument anzulocken, bzw. die bereits im Unternehmen vorhandenen Mitarbeiter zu motivieren und im Unternehmen zu halten. Nach dem Niedergang der New Economy sind Stock Options keine allein-wirksame Motivationsquelle mehr, zu viele Mitarbeiter haben ihren Verzicht auf fixe Vergütung zugunsten fantasievoller Hoffnungen auf späteren Reichtum mit herber Enttäuschung bezahlt, als die Börsen-Träume zerplatzt sind.

Trotzdem ist es zurzeit immer noch das Instrument, das die meisten Aktiengesellschaften als Beteiligungssystem gewählt haben.

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