Futtergeld

Zusammenfassung

 
Begriff

Unter Futtergeld ist die Aufwandsentschädigung eines Arbeitgebers an einen bei ihm beschäftigten Arbeitnehmer für den Kostenersatz angefallener Futter- und Pflegekosten für ein aus dienstlichen Gründen zu versorgendes Tier zu verstehen. Wird ein derartiger Kostenersatz für die Versorgung eines Diensthundes gewährt, wird diese spezielle Aufwandsentschädigung als Hundegeld bezeichnet.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Die Steuerfreiheit von durch den Arbeitgeber gewährtem Futter- oder Hundegeld ergibt sich aus § 3 Nr. 50 EStG. Weitere Erläuterungen zu durchlaufenden Geldern und zum (pauschalen) Auslagenersatz sind R 3.50 LStR zu entnehmen.

Sozialversicherung: Die beitragsrechtliche Beurteilung von Futtergeld (Hundegeld) richtet sich nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 SvEV i. V. m. § 3 Nr. 50 EStG i. V. m. R 3.50 LStR und dem Urteil des BFH v. 21.8.1959, VI 1/59. Beitragspflichtiges Arbeitsentgelt ist in § 14 SGB IV geregelt.

 
Kurzübersicht
 
Entgelt LSt SV
Auslagenersatz für den Hund eines Wachunternehmens frei frei
Futtergeld in anderen Fällen (z. B. pauschaler Auslagenersatz) pflichtig pflichtig

Lohnsteuer

1 Pauschaler Auslagenersatz führt zu Arbeitslohn

Die vom Arbeitgeber ohne Einzelnachweis der entstandenen Kosten ersetzten Futter- und Pflegekosten gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.[1]

2 Tiere im Eigentum des Arbeitnehmers

2.1 Kein steuerfreier Auslagenersatz

Ersetzt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer die Futterkosten für ein beruflich genutztes Tier (z. B. einen Wachhund), der im Eigentum des Arbeitnehmers steht, stellt diese Ersatzleistung steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Es handelt sich nicht um steuerfreien Auslagenersatz.[1] Da es sich bei einem Hund nicht um ein Werkzeug handelt, kann für die Versorgung des Hundes auch kein steuerfreies Werkzeuggeld gewährt werden.[2]

2.2 Werbungskostenabzug

Tiere, die nahezu ausschließlich zur beruflichen Nutzung eingesetzt werden, werden steuerrechtlich als Arbeitsmittel behandelt. So z. B. Hunde von Hundeführern der Polizei und des Zolls sowie die Jagdhunde bei Forstbeamten.[1] Eine geringfügige private Mitnutzung ist unschädlich.[2] Aufwendungen für die Anschaffung sowie laufende Unterhaltsaufwendungen (z. B. Futter, Pflege, Tierhalterhaftpflichtversicherung, Tierarzt, Besuch einer Hundeschule etc.) sind somit in vollem Umfang abzugsfähig.

Dient ein Tier neben beruflichen in nicht unerheblichem Umfang auch privaten Zwecken (z. B. der Wachhund beim Hausmeister einer Schule), handelt es sich weder um ein Arbeitsmittel noch um ein Werkzeug. Dies gilt auch, falls der Anlass für die Anschaffung im beruflichen Bereich gelegen haben sollte und er nicht angeschafft worden wäre, wenn nur eine private Nutzung beabsichtigt gewesen wäre. Liegt keine ausschließliche oder weitaus überwiegende berufliche Nutzung vor, ist auch unbeachtlich, ob die berufliche Nutzung besonders erfolgreich ist.[3] In diesen Fällen kann eine Aufteilung und ein Abzug des beruflich veranlassten Teils der Aufwendungen in Betracht kommen, sofern sich der den Beruf fördernde Teil der Aufwendungen nach objektiven Maßstäben zutreffend und in leicht nachprüfbarer Weise abgrenzen lässt. Andernfalls ist ein Werbungskostenabzug ausgeschlossen.[4]

So können etwa Aufwendungen für einen sog. Schulhund bis zu 50 % als Werbungskosten bei den Einkünften einer Lehrerin aus nichtselbstständiger Arbeit abgezogen werden, wenn der Hund innerhalb einer regelmäßig 5-tägigen Unterrichtswoche arbeitstäglich in der Schule eingesetzt wird.[5] Aufwendungen für eine Spezialausbildung eines beruflich eingesetzten Hundes können - anders als z. B. der Besuch einer allgemeinen Hundeschule - stets in vollem Umfang als Werbungskosten abgezogen werden, wenn ein privater Nutzen der Ausbildung des Tieres ausgeschlossen ist.

Dient ein Tier überwiegend privaten Zwecken, ist ein Werbungskostenabzug generell ausgeschlossen.

3 Wachhund im Eigentum des Arbeitgebers

3.1 Auslagenersatz regelmäßig wiederkehrender Aufwendungen

Gehört der Hund nicht dem Arbeitnehmer, sondern dem Arbeitgeber (z. B. einem Bewachungsunternehmen) ist ein pauschaler Auslagenersatz für die Futterkosten möglich, wenn die Aufwendungen regelmäßig wiederkehren und der Arbeitnehmer über einen repräsentativen Zeitraum von 3 Monaten nachgewiesen hat, dass das Futter für den Wachhund z.  B. 3 EUR täglich kostet.[1] Eine pauschale Erstattung in Höhe des so ermittelten Betrags ist solange möglich, bis sich die Verhältnisse wesentlich ändern.

3.2 Werbungskostenabzug für landeseigenen Diensthund

Die Aufwendungen eines Polizeihundeführers für den ihm anvertrauten landeseigenen Diensthund sind in vollem Umfang abziehbare Werbungskosten; es sind keine nicht abziehbaren Kosten der privaten Lebensführung. Der Hund ist als Arbeitsmittel des Polizisten anzusehen, sodass die Kosten seiner Pflege in voller Höhe als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.[1]

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