Rz. 134

Bei der sofortigen Unternehmensnachfolge erfolgen die operative und vermögensmäßige Übertragung des Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt nach den Vorgaben des Betriebsinhabers.

 
Praxis-Beispiel

Die Ehegatten M und F führen gemeinsam ein mittelständisches Hotel. Sohn S ist gelernter Hotelmanager und soll den Betrieb zu einem unbestimmten Zeitpunkt übernehmen. Seine Schwester X hat kein Interesse am Betrieb. M erkrankt, weshalb ihn F pflegen und sofort aus dem Betrieb aussteigen möchte.

Auch wenn S den Betrieb kennt, benötigt er für alle Entscheidungen die Zustimmung seiner Eltern als Eigentümer des Hotels. Ferner müssen die finanzielle Absicherung der Eltern sowie der Ausgleich der X geregelt werden. S könnte vorläufig mittels einer Vollmacht oder als Treuhänder den elterlichen Betrieb führen. Die sofortige Unternehmensnachfolge sollte angestrebt werden. Erfolgt diese entgeltlich, können damit die nötigen finanziellen Mittel für die Pflege, die Lebenshaltungskosten der Eltern sowie der Ausgleich für X abgedeckt werden.

 

Rz. 134a

Vorteilhaft ist neben der schnellen Auseinandersetzung vor allem die klare Trennung zwischen der Phase des Alteigentümers und der des Nachfolgers. Die sofortige Unternehmensnachfolge ist daher vorzuziehen, wenn es in der Beziehung zu Kunden, Geschäftspartnern und Banken darauf ankommt, klare Strukturen zu schaffen.

 

Rz. 134b

Nachteile ergeben sich aus dem Verlust von Wissen, Erfahrung und Kontakten der Alteigentümer. Sie könnten z. B. durch die gleitende Unternehmensnachfolge, etwa wenn der sofort ausscheidende Unternehmer noch als Berater oder im Beirat tätig ist, gemildert werden.

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