Frotscher/Geurts, EStG § 33... / 7.20 Tierhalterhaftung, Tierarztkosten
 

Rz. 113

Kosten für die Haltung und Haftung von Tieren bzw. durch Tiere verursachte Schäden (§§ 833 und 834 BGB) sind nicht als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig, da die Tierhaltung regelmäßig auf freiwilliger Basis erfolgt und Aufwendungen daher nicht zwangsläufig erwachsen. Darüber hinaus sollte vom Stpfl. regelmäßig erwartet werden können, eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen. Es könnte allerdings ein Abzug bei Fällen mit außergewöhnlich hohen Schäden als außergewöhnliche Belastung in Betracht kommen. Allerdings ist in diesen Fällen die Unentziehbarkeit des Stpfl. besonders streng zu prüfen (z. B. gilt für bestimmte Kampfhunderassen eine Maulkorbpflicht; verstößt der Halter hiergegen und richtet der Hund einen durch Hundebiss beträchtlichen Schaden an, wird insoweit die Unausweichlichkeit der Belastung zu verneinen sein). Allerdings betrifft dies erneut die Frage der Fahrlässigkeit (Rz. 33ff.).

M. E. verbleiben jedoch Fälle, in denen die Notwendigkeit der Tierhaltung z. B. durch Krankheit oder einer Behinderung (Blindenhund) vorhanden ist. In einem solchen Fall dürfte in der Schadenshöhe eine außergewöhnliche Belastung vorliegen, wobei auch hier ggf. eine Tierhalterhaftpflichtversicherung zu fordern ist.

Ebenso sind Aufwendungen anlässlich eines Tierarztbesuches regelmäßig durch die freiwillige Tierhaltung verursacht und deshalb nicht abzugsfähig.[1] Indes gilt auch hierfür die Ausnahme, dass bei zwingender Tierhaltung ein Abzug unter den weiteren Voraussetzungen möglich ist.

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