Frotscher/Geurts, EStG § 13... / 16.3 Veräußerung oder Entnahme von anderen Wirtschaftsgütern (§ 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG)
 

Rz. 158

Nach § 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG gehören zu den Sondergewinnen Gewinne aus der Veräußerung oder Entnahme der übrigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und von Tieren, wenn der Veräußerungspreis oder der an dessen Stelle tretende Wert für das jeweilige Wirtschaftsgut mehr als 15.000 EUR betragen hat.

 

Rz. 159

§ 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG betrifft zum einen Gewinne aus der Veräußerung oder Entnahme der übrigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens. Zu den übrigen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens i. S. d. § 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG gehören alle nicht unter § 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. a EStG fallenden Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, sofern sie nicht von der Bagatellgrenze erfasst werden. Hierunter können z. B. Betriebsvorrichtungen oder Maschinen fallen. Entsprechendes gilt auch für die Tiere des Anlagevermögens, wie z. B. Milchkühe oder Zuchttiere. Zum anderen sind nach § 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG bei Überschreiten der Bagatellgrenze auch Tiere des Umlaufvermögens bei Veräußerungs- und Entnahmevorgängen im Rahmen der Durchschnittssatzgewinnermittlung zu erfassen. Bei der Ermittlung der Gewinne sind die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach § 13a Abs. 7 S. 2 EStG für die Dauer der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen um die lineare AfA zu mindern. Für Wirtschaftsgüter i. S. d. § 13a Abs. 7 S. 1 Nr. 1 Buchst. b EStG gilt § 13a Abs. 7 S. 3 EStG nicht.

 

Rz. 160

Die Gewinne aus der Veräußerung oder Entnahme der übrigen Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens und der Tiere sind nur dann als Sondergewinn im Rahmen der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen zu berücksichtigen, wenn der Veräußerungspreis einschließlich der gesetzlichen USt die Grenze von 15.000 EUR übersteigt. Maßgeblicher Veräußerungspreis ist der bürgerlich-rechtliche Gesamtendpreis. Entsprechendes gilt im Fall der Entnahme für den an dessen Stelle tretenden Wert – regelmäßig handelt es sich hierbei um den Teilwert – und die daraus resultierende gesetzliche USt. Übersteigt der unter dem Buchwert des entsprechenden Wirtschaftsguts liegende Veräußerungspreis die Grenze von 15.000 EUR, entsteht ein Verlust, der im Rahmen der Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen verrechnet werden kann. Wird die Grenze von 15.000 EUR nicht überschritten, sind die entsprechenden Veräußerungs- und Entnahmegewinne mit dem Ansatz des Durchschnittssatzgewinns abgegolten.

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