Fluktuation managen / 2.1 Betriebliche Faktoren und Möglichkeiten zur Reduzierung

Die betrieblichen Faktoren können differenziert werden in gesamtbetriebliche und arbeitsplatzbezogene Aspekte.

2.1.1 Arbeitsplatzbezogene Aspekte

  • Tätigkeit,
  • Kompetenzen,
  • Weiterbildungsmöglichkeiten,
  • Entwicklungsperspektiven,
  • Arbeitszeit,
  • Arbeitsmittel,
  • Arbeitsplatz,
  • Zusammenarbeit innerhalb der Abteilung,
  • Verhältnis zum Vorgesetzten,
  • Work-Life-Balance.

Einer Fluktuation aus arbeitsplatzbezogenen Aspekten kann durch einen optimalen Personaleinsatz vorgebeugt werden, d. h. die Mitarbeiter bekommen Aufgaben übertragen, die ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechen. Auch das Führen mit Zielvereinbarungen dient diesem Ziel. Ein Mitarbeiter, der Freude an der Erledigung seiner Aufgaben hat, ist dauerhaft motiviert. Firmen, die ihre Mitarbeiter fördern, gezielt Weiterbildung durchführen und Entwicklungsperspektiven aufzeigen, klagen selten über eine zu hohe Fluktuation. Ergänzend wirken sich flexible Arbeitszeiten, moderne Arbeitsmittel, ergonomische Arbeitsplätze und gute Zusammenarbeit im Team positiv aus. Der Bedarf, Arbeits- und Privatleben, Freizeit und Erholung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bekommen, nimmt stetig zu, der Handlungsbedarf in Unternehmen ist noch groß.

 
Hinweis

Arbeitsplatzzufriedenheit

Die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ist üblicherweise ausschlaggebend, ob ein Mitarbeiter bei Abwerbungsangeboten Interesse signalisiert oder nicht.

2.1.2 Gesamtbetriebliche Aspekte

  • Produkte und/oder Dienstleistungen,
  • Betriebsgröße,
  • wirtschaftliche Situation,
  • Unternehmensorganisation,
  • Führungsstil,
  • Arbeitsbedingungen,
  • Entgelt und Sozialleistungen,
  • Gesundheitsprävention.
 
Praxis-Tipp

Umfangreiche Betrachtung

Eine umfangreiche Betrachtung des Gesamtunternehmens ist hilfreich, um festzustellen, welche Stellung das Unternehmen am Markt inne hat. Sehr informativ ist, sich mit befreundeten Firmen über die Unternehmensstruktur und die angebotenen Leistungen auszutauschen oder ein Benchmarking durchzuführen.

Auch ein regelmäßiger Blick auf Unternehmensbewertungsportale (z. B. www.Kununu.com) hilft, "blinde Flecken" zu beleuchten.

Mitarbeiter identifizieren sich dann mit einem Unternehmen, wenn sie von den eigenen Produkten und deren Qualität überzeugt sind. Die Wahl, bei einem kleinen, mittelständischen oder Großunternehmen zu arbeiten, ist abhängig von der Persönlichkeitsstruktur der Mitarbeiter und den Vorteilen, die jedes Unternehmen gekonnt präsentiert (und dem Anspruch auch gerecht wird!). Der Trend zu flachen Hierarchien, mehr Verantwortung und partnerschaftlicher Führung führt zu einem guten Betriebsklima. Ein leistungsgerechtes Gehalt, Zielvereinbarungen, Gewährung von fringe benefits, Sozialleistungen und kulanten Arbeitszeit- und Urlaubsregelungen runden die Maßnahmen ab. Zudem gelten Unternehmen, die sich präventiv mit Gesundheit und langfristiger Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter auseinander setzen, als positiv.

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