Flexirentengesetz: Beschäft... / 2.3 Option: Wahl einer Alters-Teilrente bei Hinzuverdienst

Liegt ein Hinzuverdienst über der Grenze von 6.300 EUR, resultiert in Abhängigkeit des "Mehrverdienstes" daraus eine stufenlose Teilrente. Bei späterer Spitzabrechnung führt jeder Euro-Betrag, der von der seinerzeitigen Prognose abweicht, zu einer rückwirkenden Änderung der Teilrente. Es kommt also zu entsprechenden Bescheid-Korrekturen und ggf. Rückforderungen.

 

Praxis-Tipp

Vermeidung von Rückforderungen

Möchte ein Teilrentner eine Rückforderung vermeiden, kann er eine Teilrentenhöhe frei wählen, woraus sich dann der maximal mögliche Hinzuverdienst ergibt. Eine unabhängig vom Hinzuverdienst gewählte Teilrente muss mindestens 10 % der Vollrente betragen. Zugleich werden aber auch keine Rentenbeträge nachgezahlt, wenn der tatsächliche Hinzuverdienst unter dem für die gewählte Teilrente zulässigen Hinzuverdienst liegt.

 

Praxis-Beispiel

Wahl einer Teilrente

Die monatliche Bruttorente beträgt 1.000 EUR. Gewählt wird eine Teilrente von 50 %, also von 500 EUR.

Ergebnis: Es ergibt sich für die gewählte Teilrente ein zulässiger Hinzuverdienst von 21.300 EUR jährlich. Übersteigt der tatsächliche Hinzuverdienst diesen Betrag nicht, so verbleibt es – unabhängig von der Höhe des tatsächlichen Hinzuverdienstes – bei der gewählten Teilrente. Die Teilrente erhöht sich jährlich zum 1.7. bei der Rentenanpassung.

Vorteil einer Teilrentenwahl

Ein weiterer Vorteil einer Teilrentenwahl kann darin liegen, dass daneben Ansprüche auf Krankengeld und Arbeitslosengeld bestehen können. Andernfalls könnten diese Ansprüche rückwirkend entfallen, wenn z. B. anstatt einer zunächst im Rahmen der Prognose gezahlten Teilrente rückwirkend im Rahmen der Spitzabrechnung eine Vollrente zu zahlen ist, weil durch die Arbeitslosigkeit oder Krankheit doch die Hinzuverdienstgrenze von 6.300 EUR eingehalten wurde (Kranken-/Arbeitslosengeld sind bei einer Altersrente kein schädlicher Hinzuverdienst).

Zugleich wird für den umgekehrten Fall durch eine gewählte Teilrente vermieden, dass sich Ansprüche auf Kranken-/Arbeitslosengeld ggf. rückwirkend nicht mehr realisieren lassen, wenn zunächst eine Vollrente gezahlt wurde und dann im Rahmen der Spitzabrechnung festgestellt wird, dass doch nur Anspruch auf eine Teilrente besteht. Das Problem liegt dann darin, dass die Anspruchsvoraussetzungen (rechtzeitige Meldung der Arbeitsunfähigkeit und die Arbeitslosenmeldung) in der Regel rückwirkend nicht erfüllt werden können.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge