Flexirentengesetz: Beschäft... / 2.1.1 Hinzuverdienstgrenze von 44.590 EUR im Jahr 2020

Bei der Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 44.590 EUR (brutto) handelt es sich um eine Jahresgrenze. Sie gilt auch, wenn

  • eine Altersrente nicht zu Jahresanfang beginnt,
  • Hinzuverdienst erst im Laufe des Kalenderjahres hinzutritt oder
  • Hinzuverdienst bis zum Monat des Erreichens der Regelaltersgrenze zu berücksichtigen ist.
 
Praxis-Beispiel

Hinzuverdienstprüfung – Jahresbetrachtung

Rentenbeginn nach Vollendung des 63. Lebensjahres am 1.2.2019: Der Versicherte beabsichtigt neben der Altersrente hinzuzuverdienen und erkundigt sich nach dem maximal möglichen Hinzuverdienst für eine Vollrente.

Ergebnis: Der maximal mögliche Hinzuverdienst beträgt 44.590 EUR (brutto). Es spielt keine Rolle, wie sich dieser Hinzuverdienst ab 1.2.2020 bis 31.12.2020 verteilt.

Teilrentenzahlung in Monaten ohne Hinzuverdienst

Durch die Kalenderjahresbetrachtung kann auch in den Monaten eine Teilrente zu zahlen sein, in denen kein Hinzuverdienst erzielt wurde.

 
Praxis-Beispiel

Hinzuverdienstprüfung – Jahresbetrachtung

Rentenbeginn nach Vollendung des 63. Lebensjahres am 1.2.2020: Ab 1.4.2020 wird eine Beschäftigung mit einem Brutto-Verdienst von 6.000 EUR/Monat aufgenommen (für 9 Monate: 54.000 EUR). Die Bruttorente beträgt 1.700 EUR.

Ergebnis: Der Hinzuverdienst im Kalenderjahr 2020 überschreitet die Hinzuverdienstgrenze für die Vollrente jeweils um 9.410 EUR (54.000 EUR – 44.590 EUR). Der überschießende Betrag ist auf Monatsbasis umzurechnen, indem er durch 12 geteilt wird: Ergebnis 784,17 EUR (9.410 EUR : 12). Davon werden 40 % auf die Vollrente angerechnet, d. h. 313,67 EUR (784,17 EUR x 40 %). Das Ergebnis ist eine Teilrente von 1.386,33 EUR (1.700 EUR – 313,67 EUR). Diese Teilrente gilt bereits ab 1.2.2020 und – da keine Monatsbetrachtung mehr erfolgt – nicht erst ab 1.4.2020. Dass auch für die Zeit, in der noch keine Beschäftigung ausgeübt wurde, also vom 1.2.2020 bis 31.3.2020, nur Anspruch auf die Teilrente besteht, wird der Rentenversicherungsträger bei der Spitzabrechnung[1] feststellen und den überzahlten Rentenbetrag von 627,34 EUR (313,67 EUR x 2 Monate) zurückfordern.

Zur Rentenanpassung am 1.7.2020 wird sich die Altersrente in Folge der Rentenanpassung erhöhen. Der Anrechnungsbetrag von 313,67 EUR bleibt unverändert.

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