Flexibel ist noch lange nic... / 7 Praxisbeispiel Jahresarbeitszeit in Verbindung mit einem Arbeits(zeit)management

Die Hauptproblematik von schwankenden Arbeitsvolumen sind nicht die "Spitzen", die regelmäßig gut, wenn auch teuer, gesteuert werden. Die Probleme liegen in den "Tälern", in denen die Auslastung sinkt und ein Personalüberhang im Betrieb besteht. Die Erfahrung zeigt, dass die Produktivität mit dem Produktionsvolumen zunimmt und umgekehrt in Zeiten mit tiefer Auslastung Leerzeiten und unproduktive Tätigkeiten anfallen. Die Strategie der Personalausdünnung ist dabei oft nur die zweitbeste Lösung. Viele Vorgesetzte scheuen sich, die Beschäftigten bei Unterauslastung "nach Hause zu schicken", oder tun dies erst, wenn der Produktivitätsrückgang des Personaleinsatzes offensichtlich geworden ist.

Besser wäre oft die konsequente Umstellung der Arbeitszeit von einer wöchentlichen auf eine jährliche Basis und die Einführung einer Jahresarbeitszeit in Verbindung mit einem aktiven Kapazitäts- und Arbeits(zeit)management. In der Jahresarbeitszeit wird die wöchentliche Arbeitszeit auf das gesamte Jahr hochgerechnet. Die so errechnete Jahresarbeitszeit wird dann - in Abhängigkeit vom prognostizierten Arbeitsanfall - ungleich auf einzelne Zeitperioden (Monate, Wochen) verteilt. Während nun die Ableistung der Arbeitszeit im Jahresverlauf variiert, wird das Arbeitsentgelt weiterhin in zwölf gleichen Monatsraten ausbezahlt.

Die Implementierung einer Jahresarbeitszeit fordert jedoch vom Unternehmen, von seinen Führungskräften und auch von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Umdenken. Die Kommunikation der Jahresarbeitszeit und die Schulung in ihrer Anwendung sind elementare Voraussetzungen für eine erfolgreiche Anwendung dieses Modells und für das Management größerer Zeitsalden. Anstelle der bisherigen Ad-hoc-Organisation tritt der planvolle Umgang mit Unregelmäßigkeit. Die Produktivitätspotenziale der Jahresarbeitszeit erschließen sich dem Unternehmen nur, wenn es gelingt, den zeitlichen Verlauf der Auslastung mit dem zeitlichen Verlauf von Zeitressourcen möglichst in Einklang zu bringen. Hierzu ist eine Personaleinsatzplanung und -steuerung - häufig unterstützt durch Ampelkonten - unerlässlich.

Ampelkonten als Steuerungsinstrument

Zur aktiven Steuerung flexibler Arbeitszeitmodelle - wie der Jahresarbeitszeit - empfiehlt sich die Einführung von Ampelkonten. Auf dem Zeitkonto wird die geleistete Arbeitszeit mit der Sollzeit (d. h. mit der durchschnittlichen Tagesarbeitszeit) saldiert. Der Saldo der Zeitkonten hat keinen Einfluss auf die Einkommenshöhe. Für Plusstunden fallen i. d. R. keine Zuschläge an, es sei denn, es handelt sich um angeordnete Mehrarbeit. Umgekehrt erfolgt auch kein Entgeltabzug bei Minusabweichungen des Zeitsaldos. Plus- und Minusstunden sollen sich innerhalb einer Ausgleichsfrist von i. d. R. einem Jahr aufheben. Das Ampelkonto unterscheidet drei Phasen mit unterschiedlichen Kompetenzbereichen.

Abb. 2: Ampelkonto Steuerung der Kumulation in Zeitkonten

Abb. 3: Jahresarbeitszeitkonten

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