Firmenfitness-Mitgliedschaft / 3 Lohnzufluss als sonstiger Bezug

Wird dem Arbeitnehmer eine Jahresmitgliedschaft eingeräumt, ist ein daraus resultierender geldwerter Vorteil zum Zeitpunkt der Aushändigung des Mitgliedsausweises für den gesamten Zeitraum seiner Geltungsdauer als sonstiger Bezug zu erfassen.

Zahlungsmodalitäten bei Jahresmitgliedschaften sind unerheblich

Für die Frage des Zuflusses ist es ohne Bedeutung, ob der Arbeitgeber für die Firmenmitgliedschaft monatliche, vierteljährliche oder jährliche Zahlungen gegenüber dem Vertragspartner vereinbart hat. Die Zahlungsmodalitäten sind bei Jahresberechtigungskarten unerheblich.

Zufluss als Einmalbetrag trotz monatlichem Kündigungsrecht

Der Zufluss als Einmalbetrag kann bei einer Jahresmitgliedschaft auch nicht dadurch vermieden werden, dass der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer im Innenverhältnis eine monatliche Kündigungsmöglichkeit vereinbart. Dasselbe gilt, wenn der Arbeitnehmer die Mitgliedschaft nur monatlich eingeräumt erhält, diese sich aber jeweils um einen weiteren Monat verlängert, sofern der Arbeitgeber von seinem Kündigungsrecht keinen Gebrauch macht. Dem Arbeitnehmer steht hier zunächst ein Jahresmitgliedschaftsrecht gegenüber den Verbundanlagen zu, die im Falle der vorzeitigen Rückgabe zu einer Lohnrückzahlung führt (sog. negativer Arbeitslohn).

 

Wichtig

Ausnahme nur bei Kündigungsrecht mit Außenwirkung gegenüber Verbundpartner

Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn der Arbeitnehmer ein monatliches Mitgliedschaftsrecht gegenüber den Verbundanlagen und damit mit Außenwirkung erhält, ähnlich der Überlassung von Monatskarten bei einem Jobticket, das vom Verkehrsverbundbetreiber als Jahreskarte mit 12 Monatsfahrscheinen ausgestaltet worden ist.

 

Praxis-Tipp

Neues FG-Urteil: Vertragsbindung des Arbeitgebers unbedeutend für Lohnzufluss

Das entziehbare Recht einer Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio gilt nach einem aktuellen Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen – trotz langfristiger Verträge des Arbeitgebers mit dem Betreiber – als monatlich zugeflossener Sachbezug. Die 44-EUR-Sachbezugsfreigrenze ist damit anwendbar.

Der mit der vergünstigten Nutzung einhergehende geldwerte Vorteil fließt den teilnehmenden Arbeitnehmern monatlich zu, wenn sie keinen über die Dauer eines Monats hinausgehenden, unentziehbaren Anspruch zur Nutzung der Studios haben. Auf die Dauer der vom Arbeitgeber gegenüber dem Anbieter der Trainingsmöglichkeit eingegangenen Vertragsbindung kommt es nicht an. Die Finanzverwaltung wendet das Urteil nicht an. Bis zur abschließenden Entscheidung durch den BFH können Nachteile - insbesondere im Anschluss an eine Lohnsteuer-Außenprüfung - nur im Wege eines vorsorglichen Einspruchsverfahrens vermieden werden. Die Finanzämter gewähren ein Ruhen des Verfahrens.

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