Firmenfitness-Mitgliedschaft / 2 Bewertung des geldwerten Vorteils

Die Bewertung des geldwerten Vorteils, der dem Arbeitnehmer durch den Erwerb des Mitgliedsausweises zufließt, bestimmt sich nach dem üblichen Endpreis am Abgabeort, vermindert um einen pauschalen Abschlag von 4 % für übliche Preisnachlässe.[1] Die Bewertung des geldwerten Vorteils aus der Nutzung der Sportanlagen bestimmt sich demnach nicht nach den Kosten des Arbeitgebers. Maßgebend ist der Endpreise, den der Arbeitnehmer als Privatkunde beim Abschluss eines vergleichbaren Einzelvertrags für sämtliche Dienstleistungen der jeweiligen Dienstleister bzw. Verbundanlagen aufwenden müsste.[2] Der monatliche Durchschnittswert aufgrund der tatsächlichen Inanspruchnahme der angebotenen Einrichtungen ist für die lohnsteuerliche Wertermittlung ohne Bedeutung.

Anwendung der 44-EUR-Freigrenze

Auf den sich ergebenden geldwerten Vorteil ist grundsätzlich die 44-EUR-Freigrenze für Sachbezüge anwendbar. Bei der Prüfung der 44-EUR-Freigrenze ist jedoch zu beachten, dass sämtliche in einem Kalendermonat zugeflossenen Sachbezüge zusammenzurechnen sind.

 
Praxis-Tipp

Anrufungsauskunft einholen I

Die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Firmenfitness-Mitgliedschaften bereitet aufgrund der Vielseitigkeit des Angebots häufig erhebliche praktische Schwierigkeiten. Da die Finanzämter aber bei der Bewertung des geldwerten Vorteils von Firmenfitness-Mitgliedschaften nicht einheitlich verfahren, sollte der Arbeitgeber eine Anrufungsauskunft einholen. Die Anrufungsauskunft hat haftungsbefreiende Wirkung und vermeidet unliebsame Nachforderungen bei einer späteren Lohnsteuer-Außenprüfung.

Überwiegend eigenwirtschaftliches Interesse des Vertragspartners?

Ein überwiegend eigenwirtschaftliches Interesse des Dritten schließt die Annahme von Arbeitslohn in der Regel aus.[3] Auch kein Arbeitslohn liegt vor, wenn der Dritte diese Rabatte einem weiteren Personenkreis im normalen Geschäftsverkehr üblicherweise einräumt (sog. "Jedermannrabatt"[4]). Soweit und in der Höhe, als Preisnachlässe auch im normalen Geschäftsverkehr unter fremden Dritten erzielt werden können, spricht nichts dafür, dass diese Rabatte, wenn sie auch Arbeitnehmern eingeräumt werden, als Vorteil für deren Beschäftigung gewährt werden. Denn es fehlt an einem aus dem Arbeitsverhältnis stammenden "Vorteil als Grundvoraussetzung für Arbeitslohn.

 
Praxis-Tipp

Anrufungsauskunft einholen II

Im Rahmen einer Anrufungsauskunft sollte geklärt werden, ob überhaupt Arbeitslohn vorliegt. Wenn mit dem Arbeitgeber eine Firmenfitness-Vereinbarung geschlossen wird, die der Anbieter in gleicher Weise und zu gleichen Konditionen anderen Arbeitgebern anbietet, kann hieraus ein eigenwirtschaftliches Interesse des Anbieters abgeleitet werden. Danach würde kein Arbeitslohn vorliegen.[5] Da die Finanzverwaltung hierzu aber häufig eine restriktivere Auffassung vertritt, empfiehlt sich eine Anrufungsauskunft beim Betriebsstättenfinanzamt.

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