Feedbackregeln (deutsch)

Kurzbeschreibung

Feedback ist ein allgemein anerkanntes und vielgenutztes Instrument der Mitarbeiterführung. Um Feedback erfolgreich geben und nehmen zu können, braucht es für beide "Seiten" vereinbarte Regeln.

Feedbackregeln

Feedback geben

Feedback erbitten, nicht aufzwingen!

Feedback ist am effektivsten, wenn der Feedback-Nehmer dies anfordert.

Rücksicht und gegenseitiger Respekt

Der Feedbackgeber denkt nicht nur an seine eigenen Bedürfnisse, sondern auch an die des Feedbacknehmers. Angemessenes Feedback berücksichtigt die Bedürfnisse aller Beteiligten, ansonsten wirkt es schnell zerstörend. Nicht zuviel auf einmal: Informationskapazität des Feedback-Nehmers berücksichtigen!

Jeder ist für sich selbst verantwortlich

Rückmeldungen sind Angebote zur Selbstüberprüfung. Der Feedback-Nehmer entscheidet selbst, was er annehmen und verwerten will, und auch, was er gegebenenfalls bei sich verändern will und was nicht.

Nur das äußerliche Bild beschreiben

Es erfolgt nur eine äußerliche Beschreibung: Die Rückmeldungen über sein persönliches Verhalten sind keine objektivierten Wahrheiten oder Werturteile! Vielmehr bieten sie die Chance, etwas darüber zu erfahren, wie der Feedback-Nehmer gesehen wird. Sie betreffen nicht Persönlichkeitskern oder Psyche, sondern allein das äußere Erscheinungsbild der Person.

Beschreiben ohne zu bewerten

Der Feedbackgeber beschreibt nur seine persönlichen Wahrnehmungen und Beobachtungen, sowie die Gefühle, Empfindungen, Fragen und Überlegungen, die diese in ihm auslösen. Dabei macht er keine Vorwürfe, bewertet und moralisiert nicht. Er ist sich stets bewusst, dass seine Wahrnehmungen und Beobachtungen subjektiv sind und dass er sich irren kann. So verhindert man beim Feedback-Nehmer die Zumutung, sich zu verteidigen oder die angebotene Information abzulehnen. Der Umgang mit den gegebenen Informationen bleibt immer ihm selbst überlassen.

Konkrete Rückmeldungen geben

Die Rückmeldungen sollten konkret, klar formuliert und nachvollziehbar sein. Am besten ist es, wenn sie anhand von Beispielen aus dem gemeinsamen Arbeitsalltag erläutert werden. Allgemeine Beschreibungen und abstrakte Betrachtungen sind fruchtlos.

Zuerst positive Rückmeldungen

Entweder es werden positive und kritische Rückmeldungen gegeben oder gar keine. Es sollten von beiden Seiten immer beide Dimensionen betrachtet werden, da Einseitigkeit zu Verzerrungen führt. Außerdem helfen die positiven Aspekte dem Feedbacknehmer, auch kritische Rückmeldungen anzunehmen.

Bei Störungen "Signal geben"

Wer sich verletzt oder durch die Situation verunsichert fühlt, teilt dies der Gruppe oder dem Einzelgesprächspartner unmittelbar mit, so dass darauf reagiert werden kann.

Jeder spricht nur für sich selbst

Jeder bezieht sich auf seine eigenen subjektiven Erfahrungen und Empfindungen. Deshalb ist es wichtig, dass die Teilnehmer in der Ich-Form reden. Der Feedback-Geber spricht den Feedback-Nehmer direkt und persönlich an.

Strikte Vertraulichkeit bei 1:1 aber auch bei Feedback vor Gruppen

Alles, was im Rahmen des Feedbacks gesprochen wurde, ist vertraulich und sollte unter keinen Umständen von den Anwesenden nach außen getragen werden.

Verwendbarkeit des Feedbacks

Sinnvolles Feedback bezieht sich auf Verhalten, auf das der Feedback-Nehmer Einfluss hat bzw. das er gegebenenfalls ändern könnte. Alles andere führt nur zu Frust.

Zeitliche Aspekte

Feedback ist umso wirksamer, je näher es zeitlich an der betreffenden Verhaltensweise liegt. Es liegt in der Verantwortung des Feedback-Gebers, einen Zeitpunkt zu wählen, an dem der Feedback-Nehmer "aufnahmebereit" ist.

Vermeidung von Fehlern und Ungenauigkeiten

Der Feedback-Geber sollte sich immer bewusst sein, dass er sich auch irren kann! Indem man z. B. auch mögliche andere Gruppenmitglieder zu ihrer Sicht im Hinblick auf die mitgeteilten Beobachtungen von Feedback-Geber und -Nehmer befragt, können Ungenauigkeiten und Fehler verhindert werden.

Feedback nehmen

Aufnehmen

Der Feedback-Nehmer hört dem Feedback-Geber aufmerksam zu. Er lässt den Feedback-Geber unbedingt aussprechen. Wichtig ist außerdem die Klärung von Unklarheiten. Der Feedback-Nehmer fragt in diesem Fall nach, bis er wirklich verstanden hat, was der Andere ihm sagen will.

Nicht verteidigen oder kontern

Die Einhaltung dieser Regel fällt häufig schwer: Nachdem das Feedback gegeben wurde, nimmt der Feedback-Empfänger nicht gleich eine Abwehrhaltung ein. Er rechtfertigt sein Verhalten nicht, argumentiert nicht und schießt nicht zurück, sondern lässt die Botschaft des anderen auf sich wirken. Er ist sich bewusst, dass es nur um subjektive Wahrnehmungen geht, nicht um "richtig oder falsch".

Verhaltenskorrektur als mögliche Folge

Schließlich kann der Feedback-Nehmer überlegen, welche Mitteilung hilfreich für ihn sein könnte. Er entscheidet im Falle von Feedback selbst, ob und was er an seinem Verhalten ändern will. D.h, Feedback erst wirken lassen und später dann sortieren und für sich selbst analysieren und bewerten!

Rückmeldung für den Feedback-Geber

Zum Schluss teilt de...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Haufe Personal Office Platin. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Haufe Personal Office Platin 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge