Fahrtkostenzuschüsse / Lohnsteuer

1 Faktoren der steuerlichen Bewertung

Die steuerliche Bewertung eines Fahrtkostenzuschusses hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Barlohn oder Sachlohn,
  • öffentliche oder sonstige Verkehrsmittel,
  • Entgeltumwandlung oder zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbrachte Leistung.

Die folgende Übersicht zeigt die verschiedenen steuerlichen Optionen auf:

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2 Fahrtkostenzuschuss für öffentliche Verkehrsmittel

Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) an Arbeitnehmer, die für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel im genehmigten Linienverkehr nutzen, sind seit 2019 lohnsteuerfrei.[1] Begünstigt ist der Linienverkehr, sofern er nicht den Luftverkehr betrifft. Taxis sind dadurch von der Steuerbefreiung ausdrücklich ausgenommen. Die Steuerbegünstigung soll den Steuerbürger zum Umsteigen auf den umweltfreundlichen öffentlichen Personenverkehr für die täglichen Fahrten zu seinem Arbeitgeber bewegen.

Für die Steuerfreiheit werden 3 Fallgruppen unterschieden:

  1. Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers, d. h. der Ersatz von nachgewiesenen Aufwendungen des Arbeitnehmers.
  2. Das Zurverfügungstellen unentgeltlicher oder verbilligter Fahrausweise – sog. Jobtickets.
  3. Das Zuverfügungstellen von Fahrausweisen zur privaten Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs.

Bei diesen Fallgruppen ist es erforderlich, dass der Arbeitgeber diese Leistungen zusätzlich zu dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbringt.[2] Die Fälle der sog. Barlohnumwandlung sind nicht begünstigt.[3]

 
Wichtig

Vorlage der Fahrausweise zur Nachweisführung

Steuerfreie Zuschüsse des Arbeitgebers kommen nur in Betracht, wenn der Arbeitnehmer nachweist, dass er für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte öffentliche Verkehrsmittel benutzt hat. Auch die Höhe der Aufwendungen ist zu belegen. Der Arbeitnehmer sollte dem Lohnbüro die entsprechenden Fahrausweise vorlegen. Nicht erforderlich ist, dass der Arbeitnehmer regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel benutzt. Auch bei nur gelegentlichen Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann der Arbeitgeber die Aufwendungen in voller Höhe steuerfrei ersetzen oder einen Zuschuss leisten.

Die Jobtickets dürften die in der Praxis bedeutsamste Fallgruppe sein: Der Arbeitgeber stellt seinen Arbeitnehmern unentgeltlich oder verbilligt Fahrkarten für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung. Die Steuerfreiheit bleibt auch dann erhalten, wenn es sich um Monats-, Regionalkarten oder ähnliche Fahrausweise handelt, die auch von anderen Personen, z. B. von Familienangehörigen, und vom Arbeitnehmer auf anderen Fahrstrecken benutzt werden können. Der Arbeitgeber muss grundsätzlich nicht prüfen, ob solche Fahrausweise auch für Privatfahrten genutzt werden.

Für die private Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Personennahverkehr kann der Arbeitgeber steuerfreie Fahrausweise zur Benutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zur Verfügung stellen. Die Steuerfreiheit umfasst nicht nur Einzelfahrscheine für Bus und Bahn, sondern auch Monats- und Jahresfahrausweise. Auch hier ist die Steuerfreiheit daran geknüpft, dass der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer diese privaten Bus- und Bahntickets zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt. Begünstigt sind sowohl zusätzliche Sachbezüge als auch zusätzliche Geldleistungen des Arbeitgebers.

 
Hinweis

Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen auf den Werbungskostenabzug

Steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse zu den Aufwendungen für die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln sowie steuerfreie Sachbezüge in Form von unentgeltlichen oder verbilligten Jobtickets sind von dem sich nach den Regeln der Entfernungspauschale ergebenden Werbungskostenabzug abzuziehen.

3 Fahrtkostenzuschuss für den eigenen Pkw

Fahrtkostenzuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit dem eigenen Pkw sind weiterhin steuerpflichtiger Arbeitslohn. Der Arbeitgeber muss die Zuschüsse versteuern, entweder

  • individuell nach den ELStAM des Arbeitnehmers oder
  • pauschal mit 15 %[1] oder
  • pauschal mit 25 %.[2]

Wählt er die individuelle Besteuerung, sind Zuschusshöhe, Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie die Begrenzung auf den als Werbungskosten absetzbaren Betrag unbeachtlich.

[1] S. Abschn. 4.1.
[2] S. Abschn. 4.2.

4 Lohnsteuerpauschalierung des Fahrtkostenzuschusses

4.1 Pauschalierung mit dem Pauschsteuersatz von 15 %

4.1.1 Pauschalierung nur bei Zusätzlichkeit

Voraussetzung für die Lohnsteuerpauschalierung mit 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag i. H. v. 5,5 % der pauschalen Lohnsteuer und ggf. der (pauschalen) Kirchensteuer ist, dass die Fahrtkostenzuschüsse zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Zuschüsse zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn können deshalb nur (freiwillige) Zusatzleistungen des Arbeitgebers sein, da nur solche vom Arbeitgeber nicht ohnehin geschuldet werden.[1]

Schädlich sind nur Gehaltsumwandlungen

Die Zusätzlichkeitsvoraussetzung ist erfüllt, wenn die zweckbestimmte Leistung zu dem Arbeitslohn hinzukommt, den der Arbeitgeber arbeitsrechtlich schuldet. Insoweit ist ...

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