Fahrtkostenzuschüsse / 4.2 Pauschalierung mit dem Pauschsteuersatz von 25 %

Zusätzlich neben die unverändert geltende Lohnsteuerpauschalierung mit 15 %[1] trat eine weitere Pauschalierungsvorschrift für die von der Steuerbefreiung des § 3 Nr. 15 EStG erfassten Fallgruppen der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Der Pauschsteuersatz beträgt 25 %. Die neue Pauschalbesteuerung trat rückwirkend zum 1.1.2019 in Kraft, kann also auch noch für 2019 in Anspruch genommen werden, solange das Lohnsteuerverfahren für den jeweiligen Arbeitnehmer noch nicht abgeschlossen ist, also bis zur Ausstellung der Lohnsteuerbescheinigung 2019, die spätestens bis zum 28.2.2020 übersandt werden muss.

Der Anwendungsbereich der neuen Pauschalierungsvorschrift ist mit den unter die Steuerbefreiung des § 3 Nr. 15 EStG fallenden Lohnsachverhalten identisch. Begünstigt sind Arbeitgeberleistungen (Sachbezüge und Geldzuschüsse) bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Linienverkehr sowie bei Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs auch soweit es sich um Privatfahrten handelt.[2]

Die neue Pauschalierungsvorschrift tritt als Alternative neben die 2019 eingeführte Steuerbefreiung. Der Arbeitgeber soll insbesondere für Fahrtkostenzuschüsse zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel zwischen den beiden Möglichkeiten wählen können. Der Vorteil der Pauschalbesteuerung mit dem erhöhten Pauschsteuersatz von 25 % liegt darin, dass im Gegenzug auf eine Kürzung der Entfernungspauschale und damit auf einen Ausweis in der Lohnsteuerbescheinigung verzichtet wird. Arbeitgeberleistungen, die mit dem Pauschsteuersatz von 25 % ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale versteuert werden, sind in der Lohnsteuerbescheinigung nicht auszuweisen.

Zulässig ist die Lohnsteuerpauschalierung mit 25 % bei Fahrtkostenzuschüssen und Sachbezügen des Arbeitgebers bei Benutzung

  • öffentlicher Verkehrsmittel im genehmigten Linienverkehr (ohne Luftverkehr) zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und
  • des öffentlichen Personennahverkehrs zu sämtlichen Fahrten, auch Privatfahrten des Arbeitnehmers.

Die Pauschalbesteuerung verlangt im Unterschied zur Steuerbefreiung nicht, dass die Arbeitgeberleistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht wird. Die neue Pauschalierungsvorschrift umfasst auch die unter den Anwendungsbereich des § 3 Nr. 15 EStG fallenden Arbeitgeberleistungen zu Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr, die von der Steuerbefreiung deshalb ausgeschlossen sind, weil sie im Wege der Entgeltumwandlung erbracht werden. Auch hier hat der Arbeitgeber die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung mit 25 % ohne Minderung der Entfernungspauschale.

 
Hinweis

Wahlrecht des Arbeitgebers

Der Gesetzgeber räumt dem Arbeitgeber ein Wahlrecht ein. Er kann bei Arbeitgeberzuschüssen zu Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder im öffentlichen Personennahverkehr zwischen der Steuerfreiheit mit Anrechnung auf die Entfernungspauschale oder der Pauschalbesteuerung mit 25 % ohne Kürzung des Werbungskostenabzugs entscheiden. Das Wahlrecht hat der Arbeitgeber einheitlich für sämtliche innerhalb eines Kalenderjahres gewährten Arbeitgeberleistungen i. S. d. § 3 Nr. 15 EStG auszuüben.

[1] S. Abschn. 4.1.
[2] § 40 Abs. 2 Nr. 2 EStG i. d. F. des Gesetzes zur weiteren Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften.

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