Fahrten Wohnung - Tätigkeit... / Zusammenfassung
 

Überblick

Aufwendungen für Fahrten zur Arbeit können nicht ohne Weiteres in tatsächlicher Höhe als Werbungskosten angesetzt werden, sondern nur nach Maßgabe der Entfernungspauschale. Während die Entfernungspauschale über Jahrzehnte an die Fahrt zur regelmäßigen Arbeitsstätte geknüpft war, wurde diese im Rahmen der gesetzlichen Reisekostenreform 2014 durch die erste Tätigkeitsstätte ersetzt. Seit 1.1.2014 können arbeitstäglich 0,30 EUR pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte angesetzt werden. Im Übrigen sind die Regelungen zur Entfernungspauschale durch das gesetzliche Reisekostenrecht unverändert geblieben. So gilt weiterhin eine Ausnahme für Aufwendungen, die für Fahrten bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel entstehen. Diese können wie bisher in voller Höhe steuerlich berücksichtigt werden. Ebenso dürfen bestimmte behinderte Arbeitnehmer höhere Kilometersätze in Anspruch nehmen. Zuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte können steuerfrei oder lohnsteuerpflichtig sein, je nachdem, ob der Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel oder seinen eigenen Pkw benutzt. Ab 1.1.2019 sind Arbeitgeberleistungen (Zuschüsse und Sachbezüge) zu Jobtickets im Linienverkehr lohnsteuerfrei. Für die übrigen Verkehrsmittel bleibt es bei der Steuerpflicht. Vom Arbeitgeber gewährte Zuschüsse, etwa bei Benutzung des eigenen Pkws zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte können unverändert bis zu dem Betrag, den der Arbeitnehmer ansonsten als Werbungskosten ansetzen könnte, mit 15 % Lohnsteuer pauschal besteuert werden.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Lohnsteuer: Der Werbungskostenabzug für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 und Abs. 2 EStG geregelt. Weitergehende Regelungen finden sich in R 9.10 LStR und im BMF-Schreiben v. 31.10.2013, IV C 5 - S 2351/09/10002:002, BStBl 2013 I S. 1376, das die durch die gesetzliche Neuregelung der steuerlichen Reisekostenvorschriften erforderlichen Änderungen, insbesondere die formelle und inhaltliche Anpassung an die neue Arbeitsortbestimmung "erste Tätigkeitsstätte" berücksichtigt. Die Möglichkeit der Pauschalbesteuerung ist in § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG verankert. Hierzu finden sich weitergehende Regelungen in R 40.2 Abs. 6 LStR sowie im o. g. BMF-Schreiben unter Tz.5. Die Steuerfreiheit für Arbeitgeberzuschüsse und geldwerte Vorteile bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab 2019 ergibt sich aus § 3 Nr. 15 EStG.

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